Die Gewerkschaft Verdi rief Beschäftigte des Arcandor-Konzerns zu einer Kundgebung vor dem Bundeswirtschaftsministerium auf. Sogar Führungskräfte wollen mitdemonstrieren.

Erwartet werden laut Gewerkschaft rund 5.000 Beschäftigte aus allen Arcandor-Geschäftsfeldern. Sie sollen in hundert Bussen aus ganz Deutschland anreisen.

Die Veranstaltung am Mittwoch steht unter dem Motto: "Rettung nicht nur für die Banken - 56.000 Menschen und ihre Familien brauchen ihre Unterstützung, Frau Merkel, Herr Steinmeier, Herr zu Guttenberg".

Karstadt-Chef demonstriert

Als Redner sind die Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Karstadt Hellmut Patzelt und der Quelle-Betriebsratsvorsitzende Ernst Sindel vorgesehen.

Mit von der Partie sind aber auch Führungskräfte des Arcandor-Konzerns wie der Karstadt-Geschäftsführer Stefan Herzberg und der Vorsitzende der Geschäftsführung von Primondo, Marc Sommer.

"Jeder Tag zählt"

Ziel sei es, den politisch Verantwortlichen deutlich zu machen, dass die von Arcandor beantragten Staatsbürgschaften "für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Arbeitsplätze unverzichtbar sind", so Verdi.

Unter der Devise "Jeder Tag zählt" wollen die Arcandor-Beschäftigten darauf aufmerksam machen, dass "weiteres Zaudern das Unternehmen noch weiter in Bedrängnis bringt". Verdi hat bereits in der Vergangenheit für staatliche Bürgschaften plädiert.

Entscheidung "zu gegebenem Zeitpunkt"

Die Bundesregierung wird sich in dieser Woche erstmals mit dem Antrag des angeschlagenen Handels- und Touristikkonzerns auf Staatshilfen beschäftigen. Der Konzern drängt auf eine Entscheidung.

Nach Angaben von Regierungssprecher Ulrich Wilhelm befasst sich zunächst der interministerielle Bürgschaftsausschuss mit dem Thema. Danach werde zu "gegebenem Zeitpunkt" sicher der Lenkungsausschuss des "Deutschlandsfonds" entscheiden.