Der Kampf um Jobs beim kriselnden Frankfurter Versandhändler Neckermann wird härter. Verdi droht mit einem Streik, um die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag durchzusetzen.

Die Gewerkschaft Verdi verlangt von Neckermann einen Tarifvertrag, in dem ein künftiger Sozialplan und eine Beschäftigungsgesellschaft geregelt sind. Die Verhandlungen dazu sollen am kommenden Dienstag (5.  Juni) beginnen, erklärte Gewerkschaftssekretär Wolfgang Thurner.

Das vom US-Investor Sun Capital beherrschte Handelsunternehmen will zum Jahresende 1.380 von 2.500 Stellen in Frankfurt streichen. Das Management will gegen den Widerstand der Belegschaft den Eigenhandel mit Textilien ebenso aufgeben wie das Zentrallager in Frankfurt. Neckermann will künftig als reiner Online-Versender mit den Schwerpunkten Technik und Möbel agieren.

Kein Abfindungen vorgesehen

Die Beschäftigten stünden vor einer Katastrophe, erklärte der Fachbereichsleiter Handel bei Verdi in Hessen, Bernhard Schiederig. Das Unternehmen habe in den bisherigen Gesprächen klargemacht, dass es den langjährig Beschäftigten keinen Euro Abfindung zahlen wolle, schilderte er die Lage. Neckermann wolle sich auch nicht an einer Transfergesellschaft für die Arbeitnehmer beteiligen.

Mit der Forderung nach einem Sozialtarifvertrag stellt Verdi die ersten Weichen für einen Streik. Die Gewerkschaft könnte nach einem Scheitern der Verhandlungen einen Arbeitskampf beginnen.

Genau am Tag der geplanten Verhandlungen, am 5. Juni 2012, wäre der Unternehmensgründer Josef Neckermann, 100 Jahre alt geworden. Hier finden Sie die Bildergalerie "Neckermann - Ein Traditionsversender baut ab".

dpa, DH