Der Mietstreit bei Karstadt geht weiter. Derweil hat Verdi eine Anpassung des Sanierungstarifvertrags beschlossen, um den Weg für das Konzept von Investor Berggruen frei zu räumen.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hat mit großer Mehrheit  eine Anpassung des Sanierungstarifvertrags für die rund 25.000 Karstadt-Beschäftigten beschlossen.

Hintergrund ist die vom Investor Nicolas Berggruen geplante Aufteilung von Karstadt in eine Dachgesellschaft und drei weitere Untergesellschaften für die Bereiche Sporthäuser, Premiumhäuser und sonstige Warenhäuser. Der Sanierungstarifvertrag sah bislang einen Erhalt des Unternehmens als Einheit vor.

Damit dieses Konzept umgesetzt werden kann, wurde nun eine ergänzende Erklärung zum Tarifvertrag durch die Gewerkschaft beschlossen. Weiter gültig bleibt aber der Grundsatz, dass Karstadt als wirtschaftliche Einheit erhalten bleiben muss. Verdi will sicher gehen, dass die Mitbestimmung beim Kaufhausbetreiber gewahrt bleibt.

Noch kein Ergebnis im Streit mit Highstreet

In dem Sanierungstarifvertrag verzichten die Beschäftigten zur Rettung des Unternehmens auf rund 150 Millionen Euro bis Ende 2012. Die Tarifkommission muss den geplanten Ergänzungen mit Mehrheit zustimmen.

Notwendig für das Inkrafttreten des Anfang Juni von Berggruen unterzeichneten Kaufvertrags ist auch noch eine Einigung über die von dem Investor geforderten Mietsenkungen.

Bei den seit rund vier Wochen andauernden Verhandlungen zwischen Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet konnte bislang noch kein Ergebnis erzielt werden.

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.

Eine Bildergalerie zur Geschichte von Karstadt finden Sie hier.