Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die "faktische Zerschlagung" des Karstadt-Konzern und fordert eine Standort- und Beschäftigungssicherung für die Belegschaft.

Die Karstadt-Tarifkommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi geht am Montag und Dienstag der kommenden Woche in die erste Verhandlungsrunde mit der Karstadt-Geschäftsführung.

Bei dem anstehenden Gesprächen soll nach Angaben der Gewerkschaft für die Beschäftigten der Unternehmen Karstadt Warenhaus GmbH, Karstadt Sports und Karstadt Premium verhandelt.

Verdi spricht von "faktischer Zerschlagung"

"Ziel der Verhandlungen ist die sofortige Rückkehr des Unternehmens in die regionalen Flächentarifverträge des Einzelhandels sowie der Abschluss eines Tarifvertrags über eine Standort- und Beschäftigungssicherung für die Belegschaft", heißt es in einer Presseerklärung von Verdi.

Den Verkauf der Mehrheiten an den Unternehmensteile Karstadt Sport und Karstadt Premium kritisiert Verdi darin scharf: "Nach der Ankündigung des Eigentümers Nicolas Berggruen, große Anteile des Unternehmens Karstadt an den Immobilieninvestor René Benko verkaufen zu wollen, was faktisch einer Zerschlagung des Konzerns gleichkommt, ist ein Tarifvertrag über die Standort- und Beschäftigungssicherung der Belegschaft dringender denn je", unterstrich Rüdiger Wolff, Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission.

"Die Menschen brauchen eine langfristige und verbindliche Zukunftsgarantie und nach Jahren des Verzichts - mehr als 650 Millionen - die sofortige Rückkehr in die Tarifbindung, um an der Weiterentwicklung der Löhne und Gehälter teilzuhaben", so Wolff.

Auswirkung der Trennung der Unternehmen "völlig unklar"

Noch sei "völlig unklar", welche Auswirkungen die Trennung der beiden Unternehmen Premium und Sport vom Karstadt-Konzern auf die Warenhäuser und die Karstadt-Zentrale haben. "Deshalb fordern wir Klarheit über die Verwendung der Gelder und Auskunft über die zukünftigen Ausrichtungen der Premium- und Sports-Häuser", kritisierte Arno Peukes, ebenfalls Verhandlungskommissionsmitglied von Verdi. "Der Hütchenspielertrick von Berggruen mit der Arbeitsplatzangst der Beschäftigten macht die Richtigkeit unserer Forderungen deutlich."

Zustande gekommen war der Verhandlungstermin, nachdem in den vergangenen Monaten tausende Beschäftigte sich aktiv für eine planbare Zukunftsperspektive - sprich eine Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die Rückkehr in die Tarifbindung - eingesetzt hatten, erklärt die Gewerkschaft in ihrer Mitteilung.