Hoffnung, aber auch Besorgnis bei Verdi: Die Gewerkschaft begrüßt das Interesse von Triton an Karstadt - jedoch nicht auf Kosten der Mitarbeiter.

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane hat angekündigt, kurzfristig ein Gespräch über mögliche Forderungen des Finanzinvestors Triton im Falle einer Übernahme der Warenhauskette Karstadt zu führen. "Die Nachricht, dass es einen interessierten Investor für Karstadt gibt, ist zunächst einmal gut. Entscheidend ist allerdings, auf welcher unternehmerischen Grundlage ein Kauf zustandekommen kann", erklärte die Gewerkschafterin.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" sieht das Konzept einen Abbau von 4.000 der insgesamt 26.000 Stellen vor. Außerdem sei eine deutliche Kürzung der Mietzahlungen geplant.

Triton wolle als Kaufpreis 30 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen. 60 Millionen Euro würden in das Unternehmen investiert, heiß es weiter. Triton wollte diese Zahlen nicht kommentieren.

"Mehr geht nicht"

Mönig-Raane übt Kritik an diesen Plänen. "Die Beschäftigten zahlen seit nunmehr sechs Jahren einen hohen Preis, um ihrem Unternehmen aus der Krise zu helfen. Ein Plan zur Fortführung des Unternehmens sollte nicht darauf kalkuliert sein, die Beschäftigten ein weiteres Mal zur Kasse zu bitten."

Im vergangenen Jahr hatten sich die Mitarbeiter dazu verpflichtet, auf einen dreistelligen Millionenbetrag zu verzichten, um ihr Unternehmen zu retten. "Diese
150 Millionen Euro allein aus dem laufenden Sanierungstarifvertrag sind ein sehr bedeutender und großer Beitrag. Mehr geht nicht", machte die stellvertretende Verdi-Chefin deutlich.

Die Tarifverträge im Einzelhandel stellten ein gutes Instrument dar, den Wettbewerb auf die besten Produkte und Konzepte zu konzentrieren.

Karstadt hätte gute Chancen, in diesem Wettbewerb eine führende Position zu übernehmen, ohne aufgrund dauerhaft niedrigerer Personalkosten eine Sonderrolle zu spielen: "An dieser Stelle ist ein gutes unternehmerisches Konzept gefragt. Das werden die Beschäftigten engagiert und professionell umsetzen, und dann stellt sich auch der wirtschaftliche Erfolg ein", sagte Mönig-Raane.