Verdi hat die Weichen für einen Streik bei Neckermann gestellt. Die Gewerkschaft erhöht den Druck auf den Versandhändler im Vorfeld einer wichtigen Aufsichtsratssitzung nächste Woche.

Beim angeschlagenen Versandhändler Neckermann.de stehen die Zeichen auf Streik: In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Verdi sprachen sich 98,5 Prozent der Verdi-Mitglieder in dem Unternehmen für eine verschärfte Gangart im Kampf um ihre Arbeitsplätze aus.

"Damit sind die formalen Voraussetzungen für einen mehrtägigen Streik geschaffen", erklärte Verdi-Sekretär Bernhard Schiederig am Freitag in Frankfurt.

Wann der Arbeitskampf verschärft wird, stehe noch nicht fest. Die Tarifkommission soll hierzu am Dienstag einen Zeitplan erarbeiten.

Aufsichtsrat tagt am Mittwoch

Schiederig betonte: "Wir nehmen alle Vermittlungsversuche wahr. Wenn das scheitert, legen wir los." Wichtige Wegmarke könnte die Aufsichtsratssitzung am nächsten Mittwoch sein.

Das vom US-Finanzinvestor Sun Capital beherrschte Unternehmen will nach Plänen des Managements den Eigenhandel mit Textilien sowie das Frankfurter Zentrallager aufgeben und zum Jahresende 1.380 von 2.500 Stellen in Frankfurt streichen. Der Neckermann-Betriebsrat hofft auf weniger Entlassungen.

Knapp jeder zweite Mitarbeiter in dem Unternehmen ist nach Verdi-Angaben Mitglied der Gewerkschaft. Derzeit laufen bei der Gesellschaft Neckermann.de Gespräche über einen Sozialplan unter dem Vorsitz eines Arbeitsrichters.

dpa

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