Die Gewerkschaft Verdi sieht erste Fortschritte in den Verhandlungen mit der Karstadt-Führung in Essen. "Wir sind weitergekommen", sagte eine Funktionärin.

Die Beschäftigten von Karstadt sollen einen Sanierungsbeitrag zur Rettung der insolventen Warenhauskette leisten. Es geht aus Sicht der Unternehmensleitung um Einsparungen von jährlich 50 Millionen Euro über drei Jahre.

"Es hat erste Sondierungsgespräche gegeben. Wir sind ein Stück weitergekommen", sagte Verdi-Sprecherin Cornelia Haß am Donnerstag. Voraussichtlich kommende Woche sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Die Gespräche seien sehr konstruktiv gewesen, sagte auch der Sprecher der Insolvenzverwaltung, Thomas Schulz. "Wir sind zuversichtlich, das wir vor der Gläubigerversammlung am 10. November eine Einigung erzielen." Bis dahin müssten aber noch einige technische Details geklärt werden, hieß es von beiden Seiten.

Keine Gehaltskürzungen

Gewerkschaft und Betriebsräte hatten der Geschäftsführung zunächst ein Papier mit ihren Vorstellungen zukommen lassen. Ähnlich wie im Sanierungsvertrag von 2008, der mit der Insolvenz aufgelöst wurde, geht es jetzt um Kürzungen etwa beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder bei Mehrarbeit. Direkte Gehaltskürzungen lehnt Verdi ab.

Damals war beispielsweise eine ledige Vollzeitverkäuferin durch Kürzungen mit rund 2.000 Euro jährlich betroffen. Verdi steht den Sanierungsbemühen insgesamt positiv gegenüber, macht Zugeständnisse aber davon abhängig, dass sie im Fall einer Liquidierung zurückgezahlt werden.