Verdi kämpft um höhere Löhne im Einzelhandel: Die stellvertretende Gewerkschafts-Vorsitzende Margret Mönig-Raane kündigt in einem Zeitungsinterview unbefristete Streiks an.

Dem Einzelhandel droht ein heftiger Tarifkampf: "Zurzeit finden in vielen Regionen Urabstimmungen über Streiks statt", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane der "Frankfurter Rundschau". "Ab Mitte Juni planen wir mehrtägige und zum Teil unbefristete Streiks. Und zwar in allen Bundesländern außer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Dort herrscht noch die Friedenspflicht."

Um die Zuspitzung des Tarifkonflikts zu verhindern, müssten die Arbeitgeber ihr Angebot nachbessern. Die Verdi-Vizechefin signalisierte, dass ein Abschluss von drei Prozent akzeptabel wäre, wenn der Tarifvertrag eine Laufzeit von zwölf Monaten hätte. An diesem Mittwoch gebe es in Nordrhein-Westfalen Sondierungsgespräche.

6,5 Prozent mehr Lohn gefordert

Die Gewerkschaft fordert wie in der vorigen Tarifrunde rund 6,5 Prozent mehr Lohn im Einzelhandel. Die gesamtwirtschaftliche Lage ist nach Meinung Mönig-Raanes dabei irrelevant: "Wir haben im Handel keine dramatische Krise. Die meisten Unternehmen prosperieren", sagt sie der "Frankfurter Rundschau". "Mit Firmen, die Probleme haben, reden wir bilateral. Das hat mit der Tarifrunde nichts zu tun."

Die Arbeitgeber haben bei den Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen eine zweistufige Lohnerhöhung von 1,5 Prozent von Dezember an und 0,5 Prozent ab Januar 2011 angeboten. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwei Jahren haben.