Die Verhandlungen in Hamburg sind zunächst geplatzt. Niedersachsen und Bremen vertagen Gespräche.

Der Landesverband des Hamburger Einzelhandels ist nach Angaben der Gewerkschaft Verdi  innerhalb der vereinbarten Erklärungsfrist vom Tarifabschluss zurückgetreten.
Verdi gibt sich kämpferisch.
Verdi gibt sich kämpferisch.


Anlass war eine lokale Regelung, die auch Auszubildenden einen Samstagszuschlag ab 18.30 Uhr gewähren sollte.

„Es ist ein Armutszeugnis, ausgerechnet die Auszubildenden von einem Ausgleich für die später einsetzenden Samstagszuschläge auszunehmen”, erklärte Ulrich Meinecke, Vedi-Fachbereichsleiter Handel. Verdi hat nun die Erklärungsfrist bis zum 15. September verlängert.

Verhandlungen im Norden

In Niedersachsen und Bremen haben die Tarifparteien am Dienstag in Hannover die Gespräche wieder aufgenommen - und sie gleich vertagt.

„Das was die Mitarbeiter in Baden-Württemberg bekommen, das sollen auch die Mitarbeiter in Bremen und Niedersachsen bekommen”, sagte Karin Schindler-Abbes, Sprecherin der Tarifkommission der Arbeitgeber.

Dennoch hieß es von den beiden Seiten, dass bei den Gesprächen für die beiden Länder einige Detailfragen in weiteren Verhandlungen noch geklärt werden müssten. «Wir sind in wesentlichen Punkten noch auseinander», sagte Verdi-Verhandlungsführer Peter Franielczyk.

So würden in der Hansestadt und in Niedersachsen im Einzelhandel Löhne unterhalb des Mindestlohns von 7,50 Euro gezahlt, wogegen sich Verdi stark zur Wehr setze. Zudem ist es laut Franielczyk in Niedersachsen möglich, Streikenden Extra-Zuwendungen wie das Weihnachtsgeld um ein Zwölftel zu kürzen.

Als Pilotabschluss für die Branche gilt die Tarifeinigung in Baden-Württemberg. Dort wurde Anfang Juli eine Lohnerhöhung um drei Prozent ausgehandelt. Außerdem sind für die Mitarbeiter mehrere Einmalzahlungen zwischen 150 und 400 Euro vereinbart worden.