Streiks, Streiks, Streiks: Im Kampf um einen Tarifvertrag bei Amazon erhöht Verdi den Druck. Die Gewerkschaft will keine Ruhe einkehren lassen, bis ihr Ziel erreicht ist.

Beim Online-Versandhändler Amazon wird seit Montag gestreikt. An den Verteilzentren in Leipzig und Bad Hersfeld beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft am Morgen bereits jeweils 150 Mitarbeiter. "Wir werden im Weihnachtsgeschäft immer wieder Nadelstiche setzen", sagte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago in Leipzig. An beiden Standorten soll die Arbeit den ganzen Tag über ruhen.

Der hessische Verdi Verhandlungsführer Bernhard Schiederig betonte: "Der Versandhändler kann solange nicht damit rechnen, dass Ruhe einkehrt, bis wir die Tarifbindung hergestellt haben. Uns geht es nicht darum, Kundinnen und Kunden zu verärgern, sondern darum, unser Ziel zu erreichen, nämlich die Tarifbindung. Nur durch Streiks können wir wirtschaftlichen Druck auf das Unternehmen ausüben."

Unterstützung von Netto, Kaufland und Real

Am größten deutschen Verteilzentrum in Bad Hersfeld traten die Mitarbeiter kurz nach Mitternacht in den Ausstand. Für den Vormittag ist eine Streikversammlung geplant, um weitere Aktionen zu besprechen. Auch in Leipzig wollten sich die Streikenden zu einer Kundgebung treffen. Daran sollten sich laut Verdi auch Mitarbeiter der Einzelhandelsketten Netto, Kaufland und Real beteiligen, die am Montag in Leipzig zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen waren.

Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt das ab und orientiert sich an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche. Deswegen kommt es seit dem Sommer immer wieder zu Streiks. Im Weihnachtsgeschäft will Verdi nun den Druck auf Amazon erhöhen.

Zwar gibt es laut Verdi in diesem Jahr erstmalig eine Sonderzahlung von 400 Euro für die Versandmitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 600 Euro für die Vorarbeiter und Vorarbeiterinnen (Leads), die im November zur Auszahlung kommen soll. "Doch diese freiwillige Leistung des Arbeitgebers ist noch weit vom Tarifanspruch entfernt", heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

dpa, DH