Auch nach der dritten Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen kommen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht näher. Ein Angebot der Arbeitgeber lehnt Verdi ab.

Im Tarifkonflikt des Einzelhandels haben die einflussreichen Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen nach Gewerkschaftsangaben ein Angebot vorgelegt. Es sehe eine zweistufige Lohnerhöhung vor - zum 1. August um 2,5 Prozent und am 1. Mai 2014 um weitere 1,5 Prozent, sagte Verdi-Sprecher Uwe Reepen.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer kamen am Mittwoch zu ihrer dritten Verhandlungsrunde zusammen. Eine Stellungnahme des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen gab es zunächst nicht. Verdi lehnte das Angebot umgehend ab.

Verdi spricht von "Erpressung der Beschäftigten"

"Das ist mit uns nicht zu machen", sagte Reepen. Er kritisierte, dass die Arbeitgeber ihr Angebot nur im Gesamtpaket verhandeln wollten. Dazu gehörten Einschnitte bei Zuschlägen für Abend- und Nachtarbeit sowie flexiblere Arbeitszeiten. Reepen bezeichnete die Bedingungen als "Erpressung der Beschäftigten". Er schloss neue Warnstreiks in der Branche nicht aus. Laut Reepen protestierten am Mittwoch 200 Beschäftigte zum Auftakt der Gespräche am Verhandlungsort in Düsseldorf.

Verdi fordert für rund 450.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte sowie 250.000 "Minijobber" in NRW 6,5 Prozent mehr Geld.

Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel werden regional geführt. In NRW haben Schwergewichte der Branche wie Metro und Rewe ihre Zentralen. Der Handelsverband NRW vertritt mehr als 100.000 Einzelhandelsunternehmen aller Größen.

Mit Karstadt hatte sich im Mai allerdings ein großer Arbeitgeber aus der gerade erst angelaufenen Tarifrunde 2013 verabschiedet. Der Warenhauskonzern will mit einer zweijährigen "Tarifpause" drohende Mehrbelastungen in Millionenhöhe abwenden.

dpa


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