Die Gewerkschaft Verdi billigte den geplanten Sanierungsbeitrag der Karstadt-Mitarbeiter. Derweil haben die Arcandor-Gläubiger kaum Hoffnung auf eine Rückzahlung ihrer Forderungen.

Die große Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hat den den Kompromiss abgesegnet, wonach rund 28.000 Karstadt-Mitarbeiter auf rund 150 Millionen Euro verzichten sollen. Darunter fallen 75 Prozent von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie tarifliche Vorsorgeleistungen.

Nun müsse bis spätestens Mitte Dezember noch über die Sicherung der Beschäftigung entschieden werden, sagte eine Verdi-Sprecherin. Von den 126 Karstadt Waren- und Sporthäusern sollen bis zu 17 Häuser geschlossen werden. Verdi hofft aber, die Zahl der zur Schließung anstehenden Häuser noch reduzieren zu können.

Kaum Hoffnung für Arcandor-Gläubiger

Beim Insolvenzverfahren der Karstadt-Muttergesellschaft Arcandor können sich die Gläubiger kaum Hoffnung auf eine Rückzahlung ihrer Milliarden-Forderungen machen. Es sei nur mit einer Begleichung "im Promillebereich" zu rechnen, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg am Montag in Essen.

Bei insgesamt 37 Insolvenzverfahren für die Obergesellschaft Arcandor und ihrer Töchter, darunter Karstadt und Quelle, haben insgesamt bis zu 50.000 Gläubiger Forderungen von über 19 Milliarden Euro angemeldet.

Arcandor ohne Gegenstimme abgewickelt

Mit Abstand wichtigster Gläubiger der Obergesellschaft Arcandor ist das Finanzamt, auf das etwa die Hälfte der Forderungen entfallen. Von 851 angemeldeten Gläubigern der Obergesellschaft waren am Montag zu der Versammlung in der Essener Grugahalle nur 64 erschienen. Die Arena fasst bis zu 8.000 Besucher.

Niemand wollte von seinem Rederecht Gebrauch machen. Ohne Gegenstimme besiegelte die Versammlung die Abwicklung der Arcandor AG.