Verdi dehnt die Warnstreiks beim Online-Kaufhaus Amazon aus. Nach Leipzig soll am heutigen Dienstag auch im Verteilzentrum in Bad Hersfeld gestreikt werden.

Verdi weitet die Warnstreiks bei weltweit größten Onlinehändler aus. Nach den Mitarbeitern in Leipzig sollen am heutigen Dienstag auch die Beschäftigten des Verteilzentrums im hessischen Bad Hersfeld die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft mit.

In Leipzig hatte es bereits am Montag Streikaktionen gegeben. Verdi fordert von Amazon "einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels".

"Die Beschäftigten erwirtschaften den Umsatz, mit dem Amazon expandiert, doch wann investiert Amazon in seine Mitarbeiter?", kritisiert die für Amazon in Bad Hersfeld zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. "Diese brauchen für ihre gute Arbeit einen angemessenen und verlässlichen Lohn, der nicht nur vom Arbeitgeber allein bestimmt wird, sondern über einen Tarifvertrag ausgehandelt wird."

Gewerkschaft will bessere Arbeitsbedingungen

"Amazon als amerikanisches Unternehmen steht dem deutschen Tarifvertragssystem ablehnend gegenüber und bringt immer wieder zum Ausdruck, dass es keine Gemeinsamkeiten mit verdi gäbe, um in Tarifverhandlungen einzutreten", sagt Bernhard Schiederig, Verhandlungsführer von verdi in Hessen. "Doch es geht uns auch um die weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung."

Verdi will die Aufnahme von Tarifverhandlungen und die Bezahlung der Mitarbeiter zu den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen.

dpa, DH