Die Tarifverhandlungen für die Handelsbranche schleppen sich dahin, die Tarifparteien kommen sich nur langsam näher. Nun sollen die Warnstreiks ausgeweitet werden.

Ohne Annäherung sind die Tarifverhandlungen für die 220.000 Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel auf den 9. Juni vertagt worden. Dies teilte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke am späten Mittwochabend nach der fünften Gesprächsrunde mit.

"Wir haben ausgiebig sondiert und sind uns nicht näher gekommen", sagte Franke, der daraufhin eine Ausweitung der Warnstreiks im Südwesten ankündigte. Er kritisierte das Verhalten der Arbeitgeber, die kein neues Angebot vorgelegt hatten.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Philip Merten vom Handelsverband Baden-Württemberg, sagte dagegen: "Wir sind durchaus deutlich weitergekommen, aber noch nicht am Ziel." Einzelheiten nannte er aber nicht.

Nach Darstellung der Gewerkschaft haben sich bislang mehrere tausend Mitarbeiter des Einzelhandels an Protestkundgebungen beteiligt.

Der Offerte der Arbeitgeber von 1,5 Prozent mehr Entgelt und einer Einmalzahlung von 180 Euro für die Beschäftigten des Südwest-Einzelhandels steht die Verdi-Forderung nach einem Plus von 6,5 Prozent gegenüber.