Der deutsche Einzelhandel steuert erneut auf eine schwierige Tarifrunde zu: Die Arbeitgeber wiesen erste regionale Forderungen der Gewerkschaft Verdi zurück.

In Baden-Württemberg will Verdi 6,8 Prozent mehr Geld durchsetzen, in Hessen etwa 6,3 Prozent. Die bundesweite Marschroute will Verdi am 27. März in Stuttgart bekanntgeben.

Der Handelsverband BAG und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) sind von den Forderungen wenig begeistert: Ihr Ziel sei, den Weg der Arbeitsplatzsicherung gerade wegen der aktuellen Wirtschaftskrise fortzusetzen, teilten sie am Donnerstag mit.

Die bisher vorgelegten Forderungen zeigten, dass die Gewerkschaft sich mit der Krise und deren Folgen für die Beschäftigung im Handel nicht auseinandergesetzt habe, kritisierten die Arbeitgeberverbände.

"Das beste Konjunkturprogramm"

Verdi hatte dagegen in Baden-Württemberg argumentiert, dass mehr Geld für die Beschäftigten „das beste Konjunkturprogramm" sei. Die ersten Verhandlungsrunden, die regional geführt werden, sind laut Verdi nach derzeitiger Planung von Ende März an vorgesehen.

Der Pilotabschluss in der zurückliegenden Tarifrunde war im Juli 2008 in Baden-Württemberg erzielt worden. Demnach bekamen die Beschäftigten rückwirkend zum 1. April 2008 für ein Jahr 3 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro. Eine Lösung wurde erst nach 15 Monaten erreicht.