Mit der Einführung einer eigenen europäischen Top Level Domain will die EU-Kommission der US-amerikanischen Dominanz im Internet Paroli bieten. Auf ihren Webseiten hat die Kommission nun eine Online-Umfrage zu den Vergabemodalitäten der Domain-Endung ".eu" gestartet.

Die EU-Kommission hat auf ihren Webseiten eine Online-Umfrage zur Einführung der europäischen Domain-Endung ".eu" gestartet. Bis Ende Oktober 2002 haben europäische Internet-Nutzer Gelegenheit, ihre Meinung zu den Vergabedingungen der europäischen Top Level Domain kund zu tun.

Nach den Plänen der EU-Kommission sollen die Teilnehmer der Umfrage die Kommission dabei unterstützen, "Regeln auszuarbeiten, die eine missbräuchliche Eintragung von Internet-Adressen unter der Endung .eu verhindern sollen". Im Kern gehe es darum herauszufinden, wie man so genannten Cybersquattern und Domain-Grabbern das Handwerk legen könne. Anfang 2003 soll dann die Veröffentlichung der genauen Vergaberichtlinien erfolgen. Der Startschuss für die ersten Domain-Registrierungen ist für April 2003 geplant.

Wie der Infodienst www.dotEU.info berichtet, wurden bereits Einzelheiten der Vergabemodalitäten festgelegt So sollen behördliche Einrichtungen und Inhaber von Marken bei der Vergabe der neuen .eu-Domains im Rahmen einer so genannten Sunrise Period bevorzugt werden. Bestimmte geographische Begriffe wie etwa "bayern.eu" oder "france.eu" sollen auf eine Sperrliste gesetzt werden, um langwierige juristische Auseinandersetzung wie etwa bei der Domain "deutschland.de" von vornherein zu verhindern. Zudem sollen die neuen .eu-Domains ausschließlich EU-Bürgern und EU-Unternehmen vorbehalten sein.

Mit einer eigenen europäischen Top Level Domain will die EU-Kommission der US-amerikanischen Dominanz im Internet Paroli bieten. Gerade im internationalen Bereich herrsche ein starkes Übergewicht der .com-Domains". Insbesondere amerikanische Unternehmen verzichten sogar völlig auf einen Auftritt unter der US-Länderkennung .us und präsentieren sich ausschließlich unter den .com-Domains. Europaweit tätige Unternehmen, die ebenfalls unter .com auftreten wollen, müssen oft feststellen, dass hier ihre Wunschadresse bereits besetzt ist. Sie sind dann gezwungen, sich in jedem europäischen Staat unter der jeweiligen Länderkennung zu präsentieren (.de für Deutschland, .fr für Frankreich, etc.). Durch die neuen .eu-Domains soll dieser Wettbewerbsnachteil der Europäer beseitigt werden. (ST)

Umfrage der EU-Kommission: www.dotEU-umfrage.de
Infodienst rund um die .eu-Domains: www.dotEU.info


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