Das bisherige Einzelhandels-Entgeltsystem soll überarbeitet werden. Arbeitgeber und Gewerkschafter haben wenig überraschend unterschiedliche Vorstellungen, wie der neue Vertrag aussehen soll.

Im bundesweiten Ringen um eine neue Tarifstruktur im Einzelhandel haben sich Arbeitgeber und Verdi im Südwesten zu ersten Verhandlungen getroffen. "Wir haben Gespräche aufgenommen", sagte Gewerkschaftssprecher Wolfgang Krüger am Donnerstag im schwäbischen Korntal-Münchingen. Dabei sei es zunächst um das weitere Verfahren auf dem Weg zu einer Reform des bisherigen Entgeltsystems gegangen. Das stammt den Angaben zufolge noch aus den 50er Jahren und soll überarbeitet werden.

Mit einem Ergebnis wird vorerst aber nicht gerechnet, denn die Ausgangslage ist schwierig: Die Arbeitgeber wünschen sich bei Arbeitszeiten und Zuschlägen eine Anpassung an heutige Gegebenheiten.

Verhandlungszeitraum bis Ende März 2015

Verdi pocht jedoch darauf, dass die Beschäftigten durch die Änderungen nicht schlechter gestellt werden. Der Verhandlungszeitraum ist derzeit bis Ende März 2015 angelegt. Dann läuft der Entgeltvertrag aus, auf den sich beide Seiten bereits geeinigt haben.

Baden-Württemberg war im Dezember 2013 der erste Bezirk gewesen, in dem eine Einigung auf Gehaltssteigerungen zustande kam. Der Manteltarifvertrag war zunächst aber unangetastet geblieben.

Nach Verdi-Angaben sollen dazu künftig auch in den Bezirken Hamburg, Hessen und Sachsen-Anhalt/Thüringen Gespräche stattfinden. Angestrebt wird ein bundesweit einheitliches Ergebnis. Die Branche hat in Deutschland rund 3 Millionen Beschäftigte.