Die Binnennachfrage stützte den B2B-Versandhandel trotz der gesamtwirtschaftlichen Abkühlung, zeigt eine aktuelle Studie des Versandhandelverbandes. Das sei ein gutes Zeichen für die Konjunktur.

Der Online- und Versandhandel mit Firmenkunden lief auch 2012 vergleichsweise gut - und das, obwohl sich die konjunkturelle Situation etwas abgeschwächt hat. Das ist das Ergebnis der inzwischen sechsten gemeinsamen Studie des Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) und der Creditreform Wirtschaftsforschung zum sogenannten B2B-Versandhandel (Business-to-Business).

So bewertete knapp jeder zweite befragte Versender die Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf mit den Noten "sehr gut" oder "gut". Am besten wurde die Geschäftslage dabei von Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten eingeschätzt. Hier vergaben 53,3 Prozent der Befragten gute oder sehr gute Noten. 2011 waren es noch 55,6 Prozent.

Rückläufige Umsatz- und Auftragslage

Zwar habe sich die nachlassende konjunkturelle Dynamik auch auf die Umsatzzahlen und Auftragseingänge der B2B-Versandhändler ausgewirkt. Nichtsdestotrotz konnten im Jahr 2012 immerhin 47,5 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzzuwächse verzeichnen – allerdings freuten sich 2011 noch 56 Prozent der Befragten über höhere Umsatz und Aufträge.

Gleichwohl blickt die Branche der Studie zufolge optimistisch in die Zukunft: Zwei von fünf B2B-Versendern erwarten ein Umsatzplus im kommenden halben Jahr. Gleichzeitig rechneten 15,8 Prozent der Befragten mit rückläufigen Umsätzen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erwarteten etwa ebenso viele B2B-Versender steigende und 14 Prozent sinkende Umsätze.
 

Jeder dritte rechnet mit mehr Aufträgen in diesem Jahr

Der Anteil der Händler, die von gestiegenen Auftragseingängen berichten, ist allerdings binnen Jahresfrist von auf 48,7 auf 39,2 Prozent zurückgegangen. Entsprechend stieg die Zahl der Unternehmen, die rückläufige Auftragseingänge hinnehmen mussten: Während es im vergangenen Jahr 29,2 Prozent waren, waren es 2011 nur 16,8 Prozent.

Für dieses Jahr überwiegt Optimismus: Derzeit kalkulieren 32,5 Prozent der Versender mit Zuwächsen bei den Bestelleingängen - das entspricht einem Plus von 3,2 Prozentpunkten zum Vorjahr. Die Zahl derer, die einen Rückgang des Auftragsvolumens erwarten, sank leicht von 14,7 Prozent im Vorjahr auf aktuell 14,2 Prozent.

"Positives Zeichen für die Gesamtwirtschaft"

"Die konjunkturellen Perspektiven für den B2B-Versandhandel sind weiterhin positiv", ist Carsten Uthoff, Vorstand der Creditreform AG, überzeugt. "Der Saldo aus den optimistischen und pessimistischen Meldungen zur Geschäftserwartung hält sich stabil bei 37,4 Punkten - nach 37,8 Punkten im vergangenen Jahr. Da die Einschätzung des B2B-Versandhandels aufgrund seiner zahlreichen Kundenbeziehungen als ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft betrachtet werden kann, ist dies als positives Zeichen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in 2013 zu werten."

Ungeachtet der Tatsache, dass das Geschäftsklima im Verlauf des Jahres durch die konjunkturelle Entwicklung leicht eingetrübt wurde, bestätigten die Ergebnisse des Jahres 2012 abermals die Aufwärtstendenz des gesamten Interaktiven Handels, wie der bvh den Online- und Versandhandel bezeichnet. Denn auch die der B2C-Versandhandel (Business-to-Consumer) war 2012 sehr erfolgreich und konnte sich im Vergleich zum Jahr 2011 deutlich steigern.

"Die Zahlen aus dem Jahr 2012 belegen, dass sich der Interaktive Handel sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich trotz gesamtwirtschaftlicher Ernüchterung weiter positiv entwickelt", sagt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bvh.

Social Media und Katalog

Wie in der Studie weiter herausgefunden wurde, ist der B2B-Versandhandel immer noch von online-basierten Vertriebsinstrumenten und dem Einsatz von Katalogen gleichermaßen geprägt: 41,2 Prozent der befragten B2B-Versender sehen gute oder sehr gute Entwicklungsperspektiven für den Katalog; 2011 gaben dies 43,1 Prozent an.

"Aktuell ist der Katalog noch der wichtigste Wachstumstreiber", bestätigt Gero Furchheim, Vorstand der Cairo Aktiengesellschaft Einrichtungsversand. "Auch wenn die Rolle des E-Commerce in der Neukundengewinnung stark wachsend ist und vielleicht bald dominiert, ist Print zur Bedarfsweckung bei Bestandskunden unverzichtbar. E-Commerce hat vor allem Bedeutung bei der Bedarfsdeckung."

Zudem stieg die Bedeutung sozialer Netzwerke für die B2B-Branche. Mittlerweile sind 72,2 Prozent der befragten Unternehmen bei Facebook vertreten. Es folgen Google+ (46 Prozent), Xing (34,5 Prozent), Twitter (29,9 Prozent), Wikis (20,7 Prozent), LinkedIn (17,2 Prozent) und Pinterest (5,7 Prozent).