Cocconing-Trend oder stabiles Konsumklima in Deutschland? Die großen Versandhäuser verzeichnen Umsatzzuwächse und der Internet-Handel legt weiter zu.

Die beiden Versandhäuser Otto und Quelle haben mitten in der Wirtschaftskrise Zuwächse verzeichnet. "Noch in der ersten Hälfte unseres letzten Geschäftsjahrs hatten wir Umsätze verloren, seit Herbst geht es aber mit den Bestellungen deutlich bergauf", sagte Otto-Chef Rainer Hillebrand dem "Handelsblatt".

Auch Marktführer Quelle habe im Weihnachtsgeschäft 2008 erstmals seit langem wieder zulegen können, schreib die Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise. Für März erwarteten die Manager der Arcandor-Tochter demnach ebenfalls einen Umsatzanstieg.

Umsatzeinbrüche gestoppt, Trendwende erreicht

Neben Mode haben nach Otto-Angaben vor allem Technik und Möbel die Kunden gelockt. Quelle hatte im Geschäftsjahr 2007/08 rund 2,45 Milliarden Euro umgesetzt, Otto 1,7 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2008/2009 (Stichtag 28. Februar) hat Otto laut Hillebrand erstmals seit Jahren das Umsatzniveau des Vorjahres knapp erreicht. "Die Trendwende scheint damit geschafft", mutmaßt das Handelsblatt. "Auch ins neue Geschäftsjahr sind wir im März gut gestartet", sagte Hillebrand der Zeitung. "Wir zielen auf moderates Wachstum ab."

Im zweiten Halbjahr 2008/09 habe das Online-Geschäft bei Otto um 38 Prozent über dem Niveau des Vorjahrs gelegen, sagte Hillebrand. Gut die Hälfte der Erlöse trifft bei Otto inzwischen via Internet ein.

Damit liegt Otto im Trend, denn E-Commerce legt auch in schwierigen Zeiten weiter zu: Die Zahl der Kunden, die Bestellungen im Internet abgeben, ist laut GfK im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 29,5 Millionen angewachsen. Insgesamt wurden über den Vertriebskanal Internet Waren für rund 13,6 Milliarden Euro bestellt. Damit habe der E-Commerce-Umsatz um 19 Prozent zugelegt, meldet die GfK.

Hanno Bender (mit Material von dpa)