Wenn die gewerblichen Kunden wieder mehr bestellen, geht es der Wirtschaft insgesamt bald besser: Die sogenannten B-to-B-Versender sind optimistisch, dass die Krise bald vorbei ist.  

Die Versandhändler mit gewerblichen Kunden (Business to Business: B-to-B) sind verhaltenen optimistisch, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise bald ein Ende findet: "Die Talsohle scheint erreicht zu sein, es geht wieder bergauf", sagte Carsten Uthoff, Vorstandsvorsitzender der Creditreform AG, bei der Vorstellung der dritten Auflage der Studie "Die Wirtschaftslage im B-to-B-Versandhandel" am heutigen Montag in Frankfurt. Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh) und der Creditreform Wirtschaftsforschung.

Demnach rechnen derzeit 25,8 Prozent der Unternehmen mit einer guten bis sehr guten Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr. 41,7 Prozent prognostizieren für die nächsten sechs Monate einen zufriedenstellenden Geschäftsverlauf. Knapp ein Drittel der Befragten ist hingegen pessimistisch.

Investitionsstopp trifft Versender

Der Rückgang bei den Auftragseingängen in der gewerblichen Wirtschaft hatte in den zurückliegenden Monaten zu einem Investitionsstopp geführt und auch die Geschäftszahlen der Versandbranche mit gewerblichen Kunden im Vorjahresvergleich verschlechtert.

Bei den Auftragseingängen verzeichneten nur 15 Prozent der Versandhändler im Vorjahresvergleich einen Zuwachs – 2008 waren es noch 43,9 Prozent. Für jeden vierten Betrieb hat sich seit dem vergangenen Jahr wenig verändert. 58,3 Prozent der Befragten mussten hingegen Rückgänge verkraften. 28 Prozent hat aufgrund der wirtschaftlichen Lage sogar Personal entlassen müssen.

"Besonders diejenigen Versender, deren Handelsumsatz von der Exportwirtschaft gestützt wird, bekommen weniger Aufträge in die Bücher", so Vorstandsvorsitzender Uthoff. "Und immerhin sind rund 40 Prozent der B-to-B-Versender vom Export abhängig."

Verhalten optimistisch

Gleichwohl erwarten nur 17,5 Prozent der Versender für das kommende halbe Jahr eine zurückgehende Auftragsentwicklung. Drei von zehn der befragten Unternehmen prognostiziert wieder ein steigendes Ordervolumen. Im vergangenen Jahr waren es noch vier von zehn Unternehmen.

Optimistisch stimme auch, dass jeder zweite B-to-B-Versender innerhalb der kommenden sechs Monate eine stabile Auftragslage erwartet – genau wie im Jahr zuvor. "Das könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die konjunkturelle Talfahrt der deutschen Wirtschaft ihre Bodenbildung erreicht hat", sagte Uthoff.

Leichter Optimismus

Bei der Umsatzentwicklung zeigt sich ein ähnliches Bild. Über die Hälfte der befragten Versender (55,8 Prozent) erzielte einen geringeren Umsatz als im Vorjahr. Der Anteil der Versender, die ein Umsatzplus erwirtschaften konnten, ist von 56,1 auf 19,2 Prozent zurückgegangen.

Im Hinblick auf die kommenden sechs Monate ist die Branche jedoch von leichtem Optimismus geprägt: Immerhin 35 Prozent der Unternehmen rechnen im kommenden halben Jahr mit einem Umsatzzuwachs, 42,5 Prozent erwarten keinen weiteren Rückgang.

Die Studie, die als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Unternehmen konzipiert ist, basiert auf einer Telefonumfrage unter 120 B-to-B-Versandunternehmen verschiedener Bereiche, die Anfang September 2009 durchgeführt wurde. Rund 20 Prozent der Mitglieder im bvh sind Versandhändler mit gewerblichen Kunden.