Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat wegen mehrerer Todesfälle nach dem Verzehr von verseuchtem Käse Ermittlungen gegen den Discounter Lidl eingeleitet.

Hintergrund der Ermittlungen sei ein möglicher Verstoß gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch. Es solle untersucht werden, ob Lidl den Käse des österreichischen Herstellers Prolactal verkauft hat, obwohl dieser mit Listerien verseucht war, berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel". 

Diese Bakterien können schwere Infektionskrankheiten auslösen. In Deutschland und Österreich sollen mindestens sieben Menschen daran gestorben sein, meldet das Nachrichtenmagazin.

Die Europäische Union hatte demnach über ihr Frühwarnsystem am 22. Januar vor dem Produkt gewarnt. Einen Tag später habe Lidl zwei Käsesorten zurückgerufen und die Kunden gewarnt, "aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes" den Käse nicht zu essen.

Lidl sichert Unterstützung zu

Drei Wochen später habe der Discounter in einer weiteren Mitteilung dazu geraten, "diese Produkte keinesfalls zu verzehren". Das zuständige Verbraucherschutzministerium in Baden-Württemberg reagierte erst daraufhin. Nach dem ersten Rückruf habe ein Verbraucher aus Hessen den Käse gegessen und sei an den Folgen gestorben. 

Lidl unterstützt die Aufklärung des Sachverhalts durch die Behörden nach eigenen Angaben in vollem Umfang und habe dazu alle vorliegenden Informationen und Dokumente an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

Das Robert Koch-Institut habe das Unternehmen am 16. Februar 2010 erstmals über den "naheliegenden Zusammenhang" zwischen den Listerieninfektionen und den damals zwei Todesfällen in Deutschland in Kenntnis gesetzt. "Daraufhin haben wir den umfassenden Produktrückruf vom 23. Januar 2010 noch am selben Tag erneuert", hieß es in einer Stellungnahme des Handelsunternehmens.