Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda will ihre vielen Neukunden professioneller betreuen, im Flottengeschäft weiter wachsen und den Kleinwagen-Absatz wieder ankurbeln.

Skoda fährt weiter auf  Wachstumskurs. Nach den Rekordverkäufen im vergangenen Jahr mit weltweit 684.226 und in Deutschland 190.717 Fahrzeugen (plus 57,3 Prozent) legte die Volkswagen-Tochter nun im ersten Quartal 2010 mit 178.901 Gesamtzulassungen nochmals um 25 Prozent zu.

Hierzulande steht allerdings ein Minus von 27,4 Prozent zu Buche - Skoda hatte im vergangenen Jahr im besonderen Maße von der Abwrackprämie profitiert, bleibt aber weiter Importmarke Nummer 1.

5 Prozent Marktanteil angestrebt

Da neue Rekordzahlen in diesem Jahr nicht zu erwarten sind, hat man sich in der Importeurszentrale in Weiterstadt die Erhöhung des Marktanteils auf 5 Prozent vorgenommen. Aktuell liegen die ehrgeizigen Tschechen bei 4,9 Prozent.

„Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 - und darauf müssen wir uns aufgrund der Sonderkonjunktur in 2009 beziehen - haben wir unseren Marktanteil bereits um einen Prozent gesteigert", streicht Skoda-Deutschland-Sprecher Nikolaus Reichert heraus.

Dabei tragen die neuen Modelle Yeti und Superb Combi, für die wegen der hohen Nachfrage im Werk Kvasiny derzeit Sonderschichten gefahren werden, maßgeblich zur größeren Wertschöpfung bei.

Neue Motoren und ESP für Fabia und Roomster

Um aber auch den Abverkauf der Kleinwagen Fabia, Fabia Combi und Roomster wieder anzukurbeln, kommt den Tschechen die turnusmäßige Modellpflege nach drei Jahren Bauzeit nun gerade recht. Äußerlich ist die Überarbeitung an der veränderten Frontpartie mit den neuen Scheinwerfern zu erkennen. Das Stabilisierungsprogramm ESP ist jetzt bei allen Varianten serienmäßig an Bord.

Den größten Sprung nach vorn machen die kompakten Skoda-Modelle, die dem Handel offiziell ab 8. Mai zur Verfügung stehen, aber bei der Antriebstechnik, wo nun die vielfach gelobten TSI- und TDI-Motoren aus dem Konzernbruder VW Polo zur Verfügung stehen. Der Fabia, Importauto Nummer 1 in Deutschland, startet mit dem 1,2-Liter-Dreizylinder (44 kW/60 PS) bei 10.580 Euro. Der Combi kostet jeweils 600 Euro Aufpreis.

Pratik wird auch modernisiert

Der Roomster ist ab 13.030 Euro zu ordern und auch die Nutzfahrzeug-Variante „Praktik" mit verblechten Seitenwänden profitiert von den Modernisierungsmaßnahmen unter der Motorhaube. Die Preisliste beginnt hier bei 10.240 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Der neue 1,6-Liter-Diesel (66 kW/90 PS) kostet 12.755 Euro.

Kombis und Kastenwagen für gewerbliche Kunden

Überhaupt will sich Skoda künftig stärker im Flottengeschäft engagieren. Am 1. April hat mit Markus Klapdor ein neuer Leiter der Abteilung Großkunden/Sonderabnehmer sein Amt angetreten. Die Kombi-Versionen von Fabia, Octavia und Superb sowie der Kastenwagen Praktik bieten sich für gewerbliche Abnehmer besonders an.

Präsente zum "Einjährigen"

Derweil haben die derzeit 553 bundesdeutschen Skoda-Händler mit der Nachbetreuung der vielen Neukunden aus dem vergangenen Jahr reichlich Arbeit. Die Betriebe versuchen ihre frisch gewonnene Zusatzkundschaft, die bislang in aller Regel keinen Neuwagen fuhr, mit kleinen Präsenten zum einjährigen Fahrzeugbesitz und günstigen Serviceangeboten an die Werkstätten zu binden. „Der Erstkontakt, als die Kunden beim Autokauf Schlange stehen mussten, war sicher nicht optimal. Das wollen wir jetzt mit professioneller Betreuung aufarbeiten", verdeutlicht Reichert.

Bernd Nusser