Die Baumarktgruppe Hornbach investiert 2015 erheblich: 200 Millionen Euro will das Unternehmen ausgeben, davon zwei Drittel für den Kauf von Immobilien, in denen bereits eigene Märkte betrieben werden. Das Geld ist da, die Zahlen sind gut.     

Foto: Torsten Silz
Foto: Torsten Silz
"Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2014/2015 haben wir unsere Marktposition als einer der führenden Baumarktkonzerne in Europa weiter ausgebaut und gleichzeitig unsere Erträge erhöht", erklärt Albrecht Hornbach, Vorstandschef der Hornbach Holding AG, bei der Bilanzvorlage heute in Frankfurt. 


Der wichtigste operative Teilkonzern Hornbach-Baumarkt-AG, der aktuell 147 Bau- und Gartenmärkte in neun europäischen Ländern betreibt, steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2014/2015 um 6,5 Prozent auf 3,36 Milliarden Euro und flächenbereinigt - also ohne Neueröffnungen oder Schließungen - um 4,4 Prozent. Überproportional stieg das Online-Geschäft, weshalb der Familienkonzern verstärkt in den Webshop investieren will. Kontinuierlich sei der Marktanteil ausgebaut worden. Außerdem sei Hornbach mit bald 17.000 Mitarbeitern "eine Jobmaschine." 

Deutlich besseres Ergebnis

Das EBIT des Teilkonzerns nahm ebenfalls um 4,4 Prozent auf 109,8 Millionen Euro zu. Das Ergebnis je Baumarkt-Aktie erhöhte sich von 1,77 Euro auf 2,19 Euro. Im Teilkonzern Hornbach Immobilien AG lag das EBIT mit 51,5 Millionen Euro 0,8 Prozent über dem Vorjahreswert.


Im dritten Teilkonzern Hornbach Baustoff Union GmbH (HBU) verbesserte sich das EBIT deutlich überproportional um 19,6 Prozent auf 6,5 Millionen Euro. Als regionaler Baustoffhändler betreibt die HBU aktuell 26 Niederlassungen in Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden und Südhessen sowie zwei im angrenzenden Lothringen (Frankreich). 


Das geplante Bruttoinvestitionsvolumen im Konzern der Hornbach Holding AG wird im Geschäftsjahr 2015/2016 voraussichtlich zwischen 180 und 200 Millionen Euro betragen, nach rund 120 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Investitions- und Expansionsschwerpunkt verlagert sich wieder zurück ins Ausland, nachdem dieser wegen der Übernahme ehemaliger Praktiker-/Max-Bahr-Standorte im vorherigen Geschäftsjahr im Inland lag. So sind 2015/2016 bis zu sechs Neueröffnungen großflächiger Bau- und Gartenmärkte geplant (einschließlich zweier Ersatzstandorte). Davon entfallen fünf Neueröffnungen auf Standorte in den Niederlanden (2), Österreich (2) und Rumänien (1) sowie eine Neueröffnung in Deutschland.

 

Weiter gute Aussichten

Die Hornbach-Gruppe rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2015/2016 damit, dass der Konzernumsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen und das EBIT in etwa auf dem Niveau des Vorjahres 2014/2015 (165,1 Millionen Euro) liegen wird. 


Nochmals verbessert hat sich auch die Eigenkapitalausstattung der Hornbach-Gruppe. "Eine Eigenkapitalquote von 53,5 Prozent auf Ebene des Teilkonzerns Hornbach-Baumarkt-AG bzw. 51,8 Prozent im Hornbach Holding AG Konzern unterstreicht unser solides Finanzfundament", sagt Hornbach.

 

Noch in diesem Jahr will Hornbach umfirmieren und die Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) erhalten. Das sei eine Vereinfachung am Kapitalmarkt, da nur noch eine Aktiengattung herausgegeben wird. Von den überwiegend ausländischen Investoren werde dies begrüßt.
Unabhängig davon werde die Aussschüttungsquote an die Aktionäre erhöht. Nach zeitweise nur 15 Prozent während der vergangenen Jahre soll sie auf 30 Prozent steigen, eine Anpassung an das verbesserte Ertragsniveau.