Die aktuellen Zahlen der Sparkassen sind besser denn je - doch die Kunden brauchen sich keine Hoffnungen auf bessere Konditionen zu machen. Das Geld bleibt im Haus, sagt Verbandschef Georg Fahrenschon. Schließlich soll kräftig investiert werden.

Niedrige Zinsen und steigende Kosten, nicht zuletzt wegen "regulatorischer Anforderungen", gehen an den Sparkassen nicht spurlos vorbei. Dennoch war das Jahr 2014 gut, betont Georg Fahrenschon, Präsident beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband DSGV. Die dem Verband angeschlossenen 416 Sparkassen konnten "nochmals kräftig Substanz aufbauen", so der Manager.

Die Geldvermögensbildung war so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Den Firmenkunden gilt Fahrenschons besonderes Lob: "Unsere Firmenkunden sind höchst solide". Außerdem seien die Sparkassen sicher und fest in der europäischen Einlagensicherung verankert - also resistent gegen Stress.

Bilanzsumme steigt

Entsprechend gut sehen die jüngsten Zahlen aus: Die Bilanzsumme stieg um 1,4 Prozent auf 1,127 Billion Euro. Die Kundeneinlagen stiegen um 20 Milliarden Euro auf 837 Milliarden Euro. Der Bestand an Kundenkrediten erhöhte sich um mehr als 12 Milliarden Euro auf 720 Milliarden Euro.
Eine tragende Säule des Geschäftes sind die Kredite für den Mittelstand, also Selbstständige und Unternehmen.

Während die Bankenbranche insgesamt von einer extremen Zurückhaltung der Mittelständler bei der Kreditaufnahme berichtet, haben die Sparkassen laut Fahrenschon 2014 fast 70 Milliarden Euro für neue Kredite bewilligt. Der Kreditbestand in dieser Kundengruppe sei um 1,4 Prozent auf 349 Milliarden Euro gestiegen.

Hoher Marktanteil bei Unternehmen

Die starke Position im Mittelstand, also auch im Handel, spiegle sich im Marktanteil wider: Den gemeinsamen Anteil der Sparkassen und Landesbanken bei Unternehmenskrediten beziffert Fahrenschon mit 42,5 Prozent. Damit sei die ohnehin starke Position seit 2010 um fast 3 Prozentpunkte verbessert worden.

Ebenfalls zugelegt hat die Vergabe von Privatkrediten für den Wohungsbau. Mit 42 Milliarden Euro halten die Sparkassen hier einen Marktanteil von mehr als 34 Prozent. Dagegen ging das Geschäft mit Konsumkrediten zurück. Das Kundenwertpapiergeschäft verbuchte mit einem Nettoabsatz von 3 Milliarden Euro 2014 das beste Ergebnis seit fünf Jahren. 

Bessere Konditionen sind nicht drin

Alles in allem hat sich die Rentabilität der Sparkassen noch besser entwickelt als erhofft. Der Zinsüberschuss stieg um 0,5 Prozent über 23 Milliarden Euro. Doch diese schönen Zahlen werden nicht an die Kunden weitergegeben, macht Fahrenschon gleich klar. Denn die "Sparkassen müssen die erwirtschaftete Substanz in ihren Häusern behalten," höhere Ausschüttungen an die kommunalen Träger sind nicht drin. "Und den Kunden werden wir erklären müssen, dass bessere Konditionen nicht möglich sind, wenn man auf Dauer stabile Sparkassen erhalten möchte," dämpft Fahrenschon aufkeimende Hoffnungen auf billige Kredite.  

120 Millionen Euro für die Digitalisierung

Allein für Anwendungstechnologien investiert der DSGV binnen drei Jahren 120 Millionen Euro - unabhängig von den Investitionen der Sparkassen vor Ort. Gemeinsam mit der Deutschen Kreditwirtschaft, ebenso mit dem Handel, werde derzeit intensiv an Entwicklungen im E-Payment-Bereich gearbeitet. Klare Ansage mit Blick auf Apple Pay: Ausländischen Unternehmen will man hier nicht das Feld überlassen.  

Am flächendeckenden Filialsystem werden die Sparkassen auch künfig festhalten. Nur die Rolle wird eine andere sein, weniger Abwicklung und Transaktionen, dafür mehr Beratung. Von Video-Konferenzen oder Chats mit Kunden ist die Rede, eine insgesamt bessere Vernetzung aller Kanäle wird angestrebt. Stationäre Beratung, optimal verknüpft mit dem Netz, Mobile Geräte selbstredend eingeschlossen. Die Herausforderungen sind die gleichen wie im Handel.

"Eine Reduktion der Geschäftsstellen ist nicht das Ziel. Vielmehr reagieren wir vor Ort auf das Kundenverhalten", sagt Vorstand Ludger Gooßens. Soll heißen: Schließungen und Zusammenlegungen von Filialen sind möglich, ebenso andere Formate, etwa die Beratung im Sparkassen-Bus oder die gemeinsame Nutzung von Flächen mit anderen Dienstleistern.  

Mitarbeiter müssen umdenken

Die Vernetzung aller Beratungs- und Verkaufsformate erfordert ein Umdenken der 240.000 Sparkassen-Mitarbeiter. Deren Zahl war zuletzt leicht gesunken, soll aber auch künftig nicht nennenswert abgebaut werden. Erhebliche Investitionen fließen jedoch laut Fahrenschon in die Schulung und Weiterbildung der Beschäftigten, denn die beratungstiefe auf allen Kanälen nehme zu. Personalstärke ist auch künftig gefragt, denn an der regionalität ändere sich auch künftig nichts. "Die regionale Ausrichtung sorgt für eine verdammt starke Grundstruktur", so Fahrenschon.