Auf der NRF Retail BIG Show 2015 in New York sind Händler auf der Suche nach technischen Lösungen für den Verkauf in Zukunft.

Innovation ist ein überstrapazierter Begriff. Doch weil sich die Konsumgewohnheiten grundlegend geändert haben und weiterhin ändern, sind viele Einzelhandelsunternehmen auf der Suche nach "echten" Neuerungen, um den Kunden ein einheitliches Einkaufserlebnis – auch so ein strapazierter Begriff – über alle Kanäle zu bieten. Welche technischen Lösungen es dazu gibt, wurde in dieser Woche auf der "Retail BIG Show" in New York gezeigt, der jährlich stattfindenden viertägigen Kongressmesse des amerikanischen Einzelhandelsverbandes, der National Retail Federation (NRF).

"Sie haben nicht die Wahl. Sie müssen innovativ sein", fasste Faisal Masud, Executive Vice President of Global E-Commerce bei der Büro-Fachhandelskette Staples die Herausforderung des Verkaufens im Jahr 2015 zusammen. Aber das sei natürlich nicht gerade einfach, vor allem nicht in großen Unternehmen mit behäbigen Strukturen.

Dass Größe bei der Entwicklung von neuen Konzepten eher hinderlich ist, bestätigte auch Jason Droege von Taxi-Schreck Uber: "In größeren Unternehmen ist es schwieriger, innovativ zu sein. Man muss heute bereit sein, Risiken einzugehen und eine Unternehmenskultur etablieren, in der Scheitern in Ordnung ist, solange man etwas daraus lernen kann", erläuterte der "Head of Uber Everythnig" des Onlineportals, das Fahrgäste an private Autobesitzer vermittelt und auch in Deutschland für reichlich Gesprächsstoff sorgt.

Durchgehende Erfahrung

Insgesamt rund 32.000 Besucher aus 83 Ländern informierten sich in diesem Jahr in New York, welche technischen Lösungen ihnen in der modernen Welt helfen können, mehr zu verkaufen und die Kunden gezielter anzusprechen. Denn: "Der Kunde von heute will eine durchgehende Erfahrung, wenn er mit dem Händler interagiert", erläuterte Lou Frio, Vice President Consulting bei dem Technologiekonzern Oracle. "Dementsprechend müssen die technischen Lösungen es möglich machen, dass die Grenzen zwischen den digitalen und physischen Welten verschwimmen."

Wie dieser Einkauf der Zukunft aussieht, weiß allerdings auch in Amerika noch keiner so genau. Gut für die BIG Show, denn aus der einst eher drögen Handels-IT-Messe ist ein vergeichsweise sexy Branchentreff geworden. Und weil sich viele Einzelhändler noch vorsichtig an die Wünsche des modernen Kunden herantasten, wird sich die Branche auch im kommenden Jahr im Big Apple noch genügend zu erzählen haben.

Sybille Wilhelm, New York