Die Kreditkartenorganisation blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück: Jeder achte Euro in Europa wurde mit Visa bezahlt. Kontaktloses Zahlen erwartet Visa erst in drei Jahren in Deutschland.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 30. September) wurden mit Kredit- und Debitkarten von Visa im europäischen Handel erstmals mehr als eine Billion Euro umgesetzt. Das entspricht einer Steigerung um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Der Anteil der privaten Konsumausgaben am Point-of-Sale lag damit bei 12,5 Prozent", teilte Visa Europe CEO Peter Ayliffe bei der Vorstellung der Jahreszahlen am heutigen Dienstag in Frankfurt am Main. Mehr als 20 Milliarden Transaktionen am POS wurden laut Ayliffe im vergangenen Geschäftsjahr mit Visa Karten abgewickelt, was einer Steigerung von 17 Prozent entspricht.

Auch in Deutschland zweistelliges Umsatzwachstum

Die POS-Umsätze mit deutschen Visa Kreditkarten entwickelten sich vergleichbar positiv, wie Deutschlandchef Ottmar Bloching bekanntgab. Um 10,4 Prozent stiegen die Ausgaben mit deutschen Karten im europäischen Handel auf von 21,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 19,2 Milliarden). Insgesamt 14,2 Millionen Visa-Kreditkarten und mittlerweile 10 Millionen Debitkarten (V-Pay) gibt es aktuell in Deutschland.

Visa hält an dem Ziel fest, bei Debitkarten bis 2015 einen Marktanteil von 50 Prozent zu erreichen. "Wir sind dabei auf einem guten Weg, insbesondere wenn man bedenkt, dass wir bei Null angefangen haben", erklärte Bloching. Bis Ende 2011 seien von den Banken insgesamt 34 Millionen V-Pay/girocards zugesagt seien. Der größte V-Pay-Emittent ist die Postbank mit derzeit 6,4 Millionen Karten.

Ein großer Vorteil der V-Pay-Karte für Banken und Kunden sei das hohe Sicherheitsniveau, da sämtliche Zahlungstransaktionen nur per Chip und PIN auf Basis der EMV-Technologie erfolgen. Der leicht kopierbare Magnetstreifen, häufiges Angriffsziel von Kartenbetrügern, dienen auf den V-Pay-Karten nur für zusätzliche Serviceleistungen wie Kontoauszugsdrucker oder Türöffner.

Business Case für kontaktloses Zahlen gesucht

Den Durchbruch für neue Zahlungstechnologien wie das kontaktlose Zahlen mit der Karte erwartet Bloching erst in drei oder vier Jahren in Deutschland. "Ernsthafte Pilotierungen wird man schon Ende 2011 sehen, doch bis sich ein Business Case für Banken und Händler ergibt, wird es in Deutschland noch länger dauern", so Bloching.

Foto: Visa
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Als Innovationen kündigte Bloching die "Simply One"-Karte an, die Kredit- und Debitkartenfunktion auf einem Plastikstück vereinen wird und bei der der Kunde am POS entscheiden kann, welche Zahlungsart genutzt werden soll. Zudem pilotiert die DKB Bank in Deutschland aktuell die "Visa Code Sure"-Karte.

Diese Kreditkarte besitzt eine kleine Zahlentastatur und generiert, nach Eingabe der PIN, eine TAN-Nummer zur einmaligen Autorisierung einer Zahlungstransaktion im Online Banking oder E-Commerce. Solche dynamisch erzeugten TANs gelten als wesentlich sicher als die iTAN-Verifizierung einer Transaktion, da sie auch vor so genannten Man-in-the-Middle-Attacken sicher sind. Für die Banken sei die Investition in diese Karten auf Dauer günstiger als die SMS-Kosten für die Absicherung von  Transaktionen per mobileTAN.