Die Mobile-Branche ist auf der Suche nach der Killerapplikation. Laut einer Studie von Berlecon Research versperren die dabei konstruierten Visionen jedoch den Blick auf Anwendungen, die bereits heute möglich sind, und hemmen die Bereitschaft, in diese Lösungen zu investieren.

Die gesamte Mobile-Branche ist auf der Suche nach der Killerapplikation. Die dabei konstruierten Visionen versperren jedoch den Blick auf Anwendungen, die bereits heute möglich sind, und hemmen die Bereitschaft, in diese Lösungen zu investieren. Laut einer aktuellen Studie von Berlecon Research sollte daher das Augenmerk weniger auf die B2C-Visionen (Business-to-Consumer) gerichtet werden, sondern auf mobile Geschäftsanwendungen, die schon jetzt erhebliches Marktpotenzial bieten.

"Ob wir demnächst auf dem Heimweg in der U-Bahn Kinotrailer auf dem Handy sehen werden, steht noch in den Sternen", so die Berlecon-Analystin Nicole Dufft. Unklar ist auch, ob private Kunden an solchen Lösungen überhaupt interessiert sind und vor allem, ob sie bereit sind, dafür zu bezahlen. Mit mobilen Geschäftsanwendungen werden hingegen schon heute Umsätze generiert, und der Markt verspricht, zu einem der wichtigsten Wachstumssegemente im Mobile Business zu werden. Dufft: "Für Geschäftsanwendungen sind die Anforderungen klar definierbar. Der Mehrwert einer mobilen Lösung kann vorab quantifiziert und beispielsweise in Form eines Return on Investment abgebildet werden."

Die Studie zeigt, dass für die Optimierung vieler mobiler Arbeitsabläufe in Unternehmen gar keine hohen Bandbreiten nötig sind. Bereits heute - vor der Einführung von UMTS - gibt es eine Vielzahl intelligenter Lösungen auf WAP- oder SMS-Basis. "Nehmen wir das Beispiel des Außendienstmitarbeiters, der zunächst per SMS über seinen nächsten Einsatzort informiert wird. Vor Ort beim Kunden kann er per WAP die Verfügbarkeit eines Produkts abfragen, dank schlanker und personalisierter Menüführung geht das mit wenigen Klicks. Die vom Kunden gewünschte Produktbeschreibung wird über dieselbe WAP-Anwendung angefordert und auf dem Drucker des Kunden sofort ausgedruckt. Der Kunde entscheidet sich für das Produkt, die Bestelldaten werden in den PDA eingegeben und direkt an das Warenwirtschaftssystem des Unternehmens übermittelt. Die Bestellung wird noch am selben Tag bearbeitet und die Ware auf den Weg gebracht", erläutert Dufft.

Laut Berlecon Research wird in diesem Markt erfolgreich sein, wer Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen wie Mobilfunk, Systemintegration und Anwendungsentwicklung bündeln und seinen Kunden integrierte Lösungen anbieten kann.

Die aktuelle Studie "Unternehmens-IT zum Mitnehmen: Mobile-Business-Lösungen zur Anbindung von Mitarbeitern" beschreibt Chancen und Risiken des Marktes und Erfolg versprechende Positionierungsstrategien. Die Studie will aufzeigen, wie Unternehmen Mobile-Business-Lösungen effizient einsetzen und dadurch Geschäftsprozesse optimieren und Kosten einsparen können.

Die Wirtschaftsforscher haben in ihrer aktuellen Untersuchung 80 Anbieter in Deutschland identifiziert und systematisiert, die bereits heute leistungsfähige Technologien für den mobilen Zugriff auf unternehmensinterne IT-Systeme bereithalten. Diese Unternehmen werden nicht auf UMTS warten, um neue Zukunftsmärkte zu erschließen und Umsätze zu generieren. Die Wirtschaftsforscher rechnen allein für Deutschland bis zum Jahr 2005 mit einem Marktvolumen von 1,5 bis 2 Mrd. Euro.

Wichtig für die Positionierung ist allerdings, dass es den Anbietern gelingt, die potenziellen Kunden vom Nutzen der Lösungen zu überzeugen. Nicole Dufft: "Die Kunden sind nicht an abstrakten Konzepten oder Visionen interessiert, sondern an Anwendungen, die konkrete Lösungen für konkrete Probleme bieten."

Ausführliche Informationen zur Studie sind unter www.berlecon.de/studien/mobilebusiness/ verfügbar. (ST)


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