Die Deutsche Telekom verliert auf dem europäischen Parkett an Boden. Der britische Mobilfunkriese Vodafone schickt sich an, dem Ex-Monopolisten den Spitzenplatz unter den Top-Playern der europäischen Telekommunikationsbranche streitig zu machen.

Die Deutsche Telekom verliert auf dem europäischen Parkett an Boden. Der britische Mobilfunkriese Vodafone schickt sich an, dem Ex-Monopolisten den Spitzenplatz unter den Top-Playern der europäischen Telekommunikationsbranche streitig zu machen. 89% der Telekommunikationsexperten stufen die Telekom und 88% Vodafone als den absoluten Top-Player der kommenden drei Jahre ein. Das ist ein Ergebnis des aktuellen "Telco Trend", einer Befragung der Mummert + Partner Unternehmensberatung unter 106 Fach- und Führungskräften der Telekommunikationsbranche.

Vodafone holt mit großen Schritten auf. Beim Telco Trend im September vergangenen Jahres sahen erst 75% der Fachleute Vodafone als einen der wichtigsten Telekommunikationsanbieter in Europa an. Jetzt haben die Briten in der Expertengunst um satte 13 Prozentpunkte zugelegt. Als Ursache für diesen steilen Aufstieg sehen die Berater von Mummert + Partner die Absicht von Vodafone, seine Marktposition in Kontinentaleuropa weiter auszubauen. So machte kürzlich die Meldung die Runde, Vodafone wolle sich die Mehrheit am französischen Telekommunikationsunternehmen Cegetel sichern.

Nach Meinung von Mummert + Partner könnten aber auch Turbulenzen bei der Telekom Vodafone bei dem gelungenen Aufholmanöver geholfen haben. Die deutsche Regulierungsbehörde und die europäische Wettbewerbskommission stutzen dem ehemaligen Staatsbetrieb des Bundes nach und nach die Flügel. Erst vor kurzem haben die deutschen Wettbewerbshüter saftige Geldstrafen für den Fall angeordnet, dass das Bonner Unternehmen Leitungen für andere Unternehmen künftig verzögert freischaltet. Und aus Brüssel lässt Wettbewerbskommissar Mario Monti verlauten, der Telekom drohe nach dem Sommer ein EU-Verfahren wegen überhöhter Preise für Auslandsgespräche im Mobilfunknetz. Wie sich der Führungswechsel im Vorstand der Telekom auswirkt, ist noch unklar.

In der Rangliste der europäischen Top-Player ist es nicht nur an der Spitze spannend: Den dritten Platz teilen sich die France Télécom und die spanische Telefónica. Die British Telecom haben sie damit hinter sich gelassen - zuvor noch auf dem Bronzerang, rutscht der Festnetzspezialist von der Insel auf den fünften Rang ab. Anderen Telekommunikationsanbietern traut kaum ein Experte große Sprünge zu. Die Prognose: Die holländische KPN (Platz 9) und der englische Anbieter Cable & Wireless (Platz 10) werden auch in den kommenden drei Jahren in Europa nicht viel mitzureden haben. (ST)

Die Top Ten der Telekommunikationsunternehmen am europäischen Markt
(in Prozent der 106 Befragten):

1. Deutsche Telekom (89%)
2. Vodafone Group (88%)
3. France Télécom (40%)
4. Telefónica (40%)
5. British Telecom (31%)
6. COLT Telecom Group (12%)
7. Swiss Com (7%)
8. Telecom Italia (7%)
9. KPN (6%)
10. Cable & Wireless (4%)


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