Das konzernweit einheitliche Lieferantenportal "VW Group Supply.com" sorgt bei Volkswagen für Zufriedenheit. Die Einsparungen bei den Prozess-, Logistik- und Materialkosten hätten die Investitionen bereits eingespielt - und das weitaus früher als erwartet.

Die im Frühsommer 2000 gestartete Internetplattform "VW Group Supply.com" von Volkswagen steht. Nach Angaben der Volkswagen-Gruppe sind die wesentlichen Bausteine Online-Katalog-Einkauf, Online-Verhandlungen (Auktionen), Kapazitätsmanagement ("eCap") bei Audi und Volkswagen nun etabliert und auch bei den anderen Marken und Regionen des Konzerns bereits eingeführt. Auf dem neuen Portal haben Lieferanten über ein Passwort die Möglichkeit, Informationen über Beschaffung, Logistik und Qualitätsstandards aller acht Marken und drei Regionen der Volkswagen-Gruppe einzuholen.

Nach Unternehmensangaben nutzten in der Vergangenheit bereits 5.500 Lieferanten einzelne Elemente des Marktplatzes. Seit April 1999 leitet Volkswagen mit Hilfe des elektronischen Anfrage-Systems ESL (Electronic Supplier Link) Anfrage- und Angebotsunterlagen über das Internet weiter. Über das neue konzernweit einheitliche Lieferantenportal im Internet können die Lieferanten nun auf alle Bausteine zugreifen.

500.000 Transaktionen fanden nach Angaben des Automobilherstellers in diesem Jahr auf Volkswagens privatem B2B-Marktplatz statt. Fast das gesamte Beschaffungsvolumen von über 50 Mrd. Euro der Marken Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Seat, Skoda, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge soll künftig über "VW Group Supply.com" abgewickelt werden.

Viele Anwendungen, wie beispielsweise interaktive Verhandlungen über das Internet, gehören inzwischen zum Tagesgeschäft des Einkäufers. Seit Sommer 2000 wurden nach Informationen von Volkswagen mehr als 600 Verhandlungen mit über 4.000 Lieferanten online durchgeführt. Im Bereich Katalog-Einkauf können zur Zeit weltweit 6.000 Mitarbeiter rund 360.000 Artikel direkt bei 200 Lieferanten bestellen. Mit Hilfe des Kapazitätsmanagements eCap tauschen sich Zulieferer und die Volkswagen Gruppe zeitgleich über Bedarf und Kapazitäten aus. Volkswagen erwartet sich dadurch wesentlich geringere Lager- und Frachtkosten für alle Beteiligten. Außerdem erhalten Zulieferer Einblick in Volkswagens Jahres-, Monats- und Wochenplanung.

Volkswagen geht davon aus, dass durch die Vereinfachung der Beschaffungsvorgänge und Optimierung logistischer Abläufe die Prozesszeiten um bis zu 95% gesenkt wurden. Die Einsparungen bei den Prozess-, Logistik- und Materialkosten hätten die Investitionen bereits eingespielt - und das weitaus früher als erwartet. Langfristig plane Volkswagen sämtliche Geschäftsprozesse lückenlos zu verknüpfen und dadurch über ein nach innen und außen vollständig integriertes "Volkswagen e-web" zu verfügen, erläuterte Dr. Jens Neumann, Vorstand für Konzernstrategie, Treasury, Recht und Organisation, die weiteren Schritte. Am Ende sollen alle Prozesse von der Entwicklung über die Planung bis zur Fertigung, vom Lieferanten über den Händler bis hin zur Fahrzeugauslieferung, also dem Kunden, eingebunden sein.

Der Lieferantenmarktplatz VW Group Supply.com wurde zusammen mit IBM, Ariba, i2-Technologies, e-breviate, Hewlett Packard, der Volkswagen Tochter gedas und dem Beratungsunternehmen AT Kearney aufgebaut. (ST)


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