Der schwedische Automobilhersteller Volvo präsentiert eine neue Antriebsgeneration, verspricht geringeren Verbrauch und will sich damit weiter als Alternative für die Firmenflotten empfehlen.

Volvo. Vor allem für selbstständige Unternehmer ist die schwedische Automobilmarke seit je her eine echte Alternative zu den deutschen Platzhirschen in den Firmenflotten. Zur schon sprichwörtlichen Sicherheit der Modelle kam in den vergangenen Jahren auch noch skandinavisch-elegantes Design.

Doch seit einiger Zeit scheinen sich die nordeuropäischen Kreativkräfte nur noch mit Fingerübungen zu beschäftigen. Auf den internationalen Messen räumt Volvo Preise für die schönsten Studien ab, auf den Straßen wartet die Kundschaft dringend auf eine Auffrischung beispielsweise der klassischen Fuhrparkmodelle V 70 und S 80.

Thomas Bauch neuer Geschäftsführer

"Wir sind mitten in unserem Transformationsprozess", erklärt Olaf Meidt, Sprecher des Deutschland-Importeurs mit Sitz in Köln, stellvertretend für den neuen Geschäftsführer Thomas Bauch. Der ehemalige Opel- und Peugeot-Manager hat seinen Posten in der Domstadt zum Wochenbeginn gerade erst angetreten.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich der Wandel der einstigen Ford-Tochter zum prosperierenden Part des chinesischen Geely-Konzerns, der Volvo 2010 übernahm. Seither müssen bestehende Technik-Kooperationen mit der Ex-Mutter gelöst und neue Konzepte mit den Asiaten ersonnen werden. "Insgesamt wird dieser Prozess sieben Jahre dauern", erklärt Meidt.

Neue Motorengeneration startet

Erste Erfolge werden aber jetzt schon sichtbar. Zwar kann die Marke, die 2013 in Deutschland lediglich noch 27.517 Fahrzeuge (minus 16 Prozent) absetzen konnte und noch auf den Durchbruch des Kompaktwagens V 40 wartet, noch keine neuen Modelle, wohl aber schon mal neue Motoren präsentieren.

Die Strategie ist dabei denkbar einfach: Ein Vierzylinder-Benzin- und ein -Dieselantrieb werden in jeweils vier Leistungsstufen auf alle Fahrzeuge ausgerollt. Das schafft Skaleneffekte. Die Motoren aus schwedischer Fertigung sollen deutlich leichter und sparsamer sein als ihre Vorgänger und erfüllen gleichzeitig auch noch die ab 1. Januar 2015 gültige Euro-6-Norm - ohne aufwendige Harnstoffeinspritzung.

Bis zu 27 Prozent Verbrauchssenkung

Bei den Selbstzündern (92 Prozent Verkaufsanteil in Deutschland) reicht die Spanne von 88 kW/120 PS bis zu 165 kW/225 PS, bei den Ottoantrieben von 103 kW/140 PS bis 225 kW/306 PS. Bis zu 27 Prozent sparsamer soll die neue Generation zu Werke gehen. Zum Start stehen die neuen Aggregate in der 60er-Baureihe mit Limousine, Kombi und SUV, im V 70, XC 70 und S 80 zur Verfügung.

Gleichzeitig führen die Schweden auch ein neues Acht-Gang-Automatikgetriebe ein, das auf ersten Testkilometern einen sehr harmonischen Eindruck hinterließ. Die Wechsel der Fahrstufen funktionieren praktisch ruckfrei.

Update für das Infotainmentsystem

Als weitere Sofortmaßnahme präsentieren die Schweden zudem ein Update für das Navigations- und Entertainmentsystem mit zeitgemäßer Kartendarstellung und zahlreichen neuen Funktionen. So können fortan 80.000 Radiosender aufgerufen werden und das System kümmert sich selbstständig um den nächsten Servicetermin beim Volvo-Händler.

Bernd Nusser