Der schwedische Hersteller Volvo will mit dem "Alcoguard" vor allem Fuhrparkleiter unterstützen - und auch das eigene Image beim Thema Sicherheit aufpolieren.

Noch im ersten Quartal des laufenden Jahres sollen die Verträge unterschriftsreif sein. Der amerikanische Autobauer Ford will seine schwedische Tochter Volvo an den chinesischen Konzern Geely verkaufen. Keine leichte Situation für Volvo, doch von Stagnation kann bei den Skandinaviern derzeit keine Rede sein.

C 30 und C 70 überarbeitet

Für die Oberklasse-Modelle V 70 und S 80 wurde soeben erst eine verbrauchsoptimierte 1,6-Liter-Diesel-Variante eingeführt, die die Luxusgefährte mit einem Normwert von 4,5 Litern zu wahren Spritsparwundern werden lässt.

In beiden Modellen, wie auch im Geländewagen XC 60, steht ein neuer Turbo-Benziner (149 kW/203 PS) zur Wahl, der Kompaktwagen C 30 und das Cabrio C 70 gehen mit leichten optischen und technischen Modifikationen ins Modelljahr 2010 und Anfang März präsentieren die Schweden auf dem Automobilsalon in Genf mit dem S 60 auch noch eine völlig neue Limousine.

Zubehör für 850 Euro

Die größte Aufmerksamkeit erzielt die Marke derzeit aber mit einem kleinen Zubehörteil - dem sogenannte "Alcoguard".  Das Gerät kann für 850 Euro plus maximal 90 Euro Arbeitskosten in sieben der insgesamt neun Modellreihen nachträglich eingebaut werden und animiert den Fahrer vor Fahrtantritt zur freiwilligen Alkoholkontrolle.

Im Heimatland Schweden ist das Testgerät seit vergangenen Juni zu haben, jetzt steht es auch in Deutschland zur Verfügung und soll vor allem Fuhrparkleiter überzeugen.

Arbeitsrechtlich einsetzbar

"Der Alkoholtest hat keine rechtlichen Konsequenzen, kann sehr wohl aber arbeitsrechtlich eingesetzt werden", beschreibt Volvo-Sprecher Olaf H. Meidt den Sinn. So können Firmen in ihren Dienstwagen-Nutzungsvertrag den Passus aufnehmen, wonach der Fahrer vor Reiseantritt erst einmal pusten muss, um seine Fahrtauglichkeit nachzuweisen.

Insbesondere nach Geschäftsessen, wo gerne mal ein Glas Wein gereicht wird,  kann der "Alcoguard" hilfreich sein, um die eigene Fahrtüchtigkeit richtig einzuschätzen.

Grenzwert ab 0,3 Promille

Liegt der Alkoholwert der Atemprobe über einem bestimmten Wert, startet das Fahrzeug zunächst nicht. Das Kontrollgerät kann auf Grenzwerte von 0,3 bis 0,8 Promille eingestellt werden. Unterhalb des eingestellten Wertes erscheint im Display eine grüne Anzeige "Start freigegeben".

Wird der Wert erreicht, erfolgt in Gelb die Ermahnung "Fahren nicht empfohlen". Bei Ergebnissen oberhalb der  Promillegrenze wird in Rot "Start blockiert" angezeigt.

Verantwortung bleibt beim Fahrer

Wie bei allen Sicherheitseinrichtungen in Autos, liegt die Verantwortung auch hier beim Fahrer. Das Fahrzeug kann daher trotz zu hohem Alkoholwert mittels eines speziellen, doppelten Knopfdruckes noch gestartet werden, die Hemmschwelle für den Fahrtantritt dürfte aber recht hoch liegen.

Angesichts von jährlich 17.500 alkoholbedingten Unfällen in Deutschland und rund 10.000 Verkehrstoten in Europa möchte Volvo mit der Einführung des "Alcoguard" sein anerkannt gutes Image beim Thema Sicherheit weiter schärfen.

Bernd Nusser