Der schwedische Automobilhersteller Volvo ergänzt die V40-Baureihe um den "Cross Country“ und legt eine sportliche Ausstattungsvariante auf.

Die deutschen Autofahrer scheinen dem Bundesverkehrsministerium bei der hoheitlichen Pflege des Straßennetzes nicht recht zu trauen. Jedenfalls ist der Trend zu geländetauglichen Fahrzeugen nachhaltig.

Während der Automobilgesamtmarkt in Deutschland 2012 um 2,9 Prozent schrumpfte, legte die neudeutsch "SUV“ genannte Gattung um satte 17,4 Prozent auf 461.244 Zulassungen zu. Fahrberichte zu gleich fünf neuen Modellen lesen Sie in der März-Ausgabe von Der Handel, die am 6. März erscheint.

Auch Volvo profitiert mit dem XC 90 und noch mehr mit dem XC 60, dem meistverkauften Modell der Marke, von dieser Entwicklung. Jetzt zünden die Schweden die nächste Stufe und bedienen mit dem V 40 "Cross Country“ auch in der Kompaktklasse die Nachfrage der Kundschaft nach einem optisch rustikaleren Gefährt.

Dezente Geländewagen-Tugenden

Gemäß der Devise, was Volkswagen mit den "Cross“-Ausstattungen gelingt, sollte auch Volvo Erfolg bringen. Und so bietet der eigentlich eher sportlich-dynamisch gezeichnete V 40, mit Bestwerten bei der Sicherheitsausstattung gesegnet, nun auf Wunsch und gegen 1.800 Euro Aufschlag auch dezente Geländewagen-Tugenden.

Vier Zentimeter mehr Höhe, einen Hauch mehr Bodenfreiheit, eine serienmäßige Bergabfahrhilfe und vor allem die Plastikplanken an den Seiten kennzeichnen das Modell, das die im vergangenen Sommer eingeführte Baureihe ergänzt und in diesem Jahr 25 Prozent Anteil an den geplanten 6.000 V 40-Zulassungen ausmachen soll.

Softe Version eines SUV

"Cross Country“ ist allerdings als nochmals softere Version der so beliebten "Soft-SUV“ zu verstehen. Will sagen: Der V 40 "Cross Country" wird hierzulande trotz robustem Erscheinungsbild kaum abseits asphaltierter Strecken zum Einsatz kommen. Wenngleich die Skandinavier traditionell Wert auf gute Traktion bei Eis und Schnee legen, wie sich jetzt beim Test auf winterlichen Straßen in Österreich einmal mehr zeigte.

Auf dem deutschen Markt ist Volvo nämlich zur Diesel-Marke mutiert. Der Anteil der Selbstzünder an den gesamten Verkäufen (32.750 Zulassungen in 2012) beträgt redkordverdächtige 92,7 Prozent. Doch die Dieselvarianten des V 40 "Cross Country“ mit 84 kW/115 PS (ab 26.780 Euro), 110 kW/150 PS (28.080 Euro) und 130 kW/177 PS (30.780) sind gar nicht mit Allradantrieb zu haben sind.

Allrad nur für die Benzin-Topversion

Der bleibt allein dem stärksten Benziner mit 187 kW/254 PS vorbehalten. Eine durchzugsstarke Kombination, wie sich im alpenländischen Neuschnee herausstellte. Für 35.780 Euro aufwärts und mit einem Praxisverbrauch von kaum unter zehn Litern allerdings auch ein kostspieliges und damit eher exotisches Vergnügen.

Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Bauer hat vom Top-Modell denn auch lediglich 10 Prozent und damit überschaubare 150 Fahrzeuge eingeplant. Dass der 4x4-Vortrieb in absehbarer Zeit auch für die Selbstzünder zu haben sein könnte, sei, so der Chef der Importeurszentrale in Köln, aber zumindest "nicht ausgeschlossen“.

"R-Design" für alle Varianten

Mit dem "R-Design“-Paket (2.600 Euro Aufpreis) bietet Volvo indes weitere Anreize für seinen Kompakten, um in der umkämpften Klasse unter den gleichfalls nagelneuen Widersachern VW Golf, Audi A 3 oder Mercedes-Benz A-Klasse zu bestehen.

Leichtmetallfelgen und Ledersportsitze unterstreichen unter anderem den dynamischen Charakter – und das, in Gegensatz zum Allradantrieb beim "Cross Country“, in frei wählbarer Kombination mit allen angebotenen Motorvarianten.

Bernd Nusser