C&A eröffnete den ersten „Eco-Store” in Mainz. Die Textilkette spürt noch keine Auswirkungen der Finanzkrise, hofft aber auf das Wetter.

Der Kontrast könnte kaum größer sein: In der Mainzer Innenstadt hat vor wenigen Wochen der Textilfilialist Wehmeyer seine Filiale geschlossen, das Karstadt-Kaufhaus schwelgt noch im Charme der siebziger Jahre. Einige Meter weiter glänzt jetzt das neueröffnete C&A-Haus - der erste „Eco-Store” des Konzerns in der Bundesrepublik.

Die 47 Jahre alte Immobilie mit einer Verkaufsfläche von 6.500 Quadratmetern ist die Vorzeige-Filiale des Textilhändlers in Sachen Ökologie. Das Unternehmen investierte einen „einstelligen Millionenbetrag” in den Umbau des nun CO²-neutralen Kaufhauses

Beitrag zum Klimaschutz

„Als Händler wollen wir unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten,” sagte Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes bei der Neueröffnung am Dienstag. Das Gebäude verbraucht rund 50 Prozent weniger Strom und 70 Prozent weniger Heizenergie als vergleichbare C&A-Standorten.

Bessere Dämmung, eine Solaranlage auf dem Dach, ein neues energiesparendes Lichtkonzept, eine Windfanganlage an der Eingangstür - für C&A ist das Mainzer Geschäft eine Art „Future Store”, in dem neue Technologien für mehr Energieeffizienz auf der Fläche getestet werden.

Die erreichten Werte sollen künftig für andere Filialen des Konzerns wegweisend sein, sagte Rolfes, der jedoch freimütig erklärte: „Die ganze Palette der ökologischen Maßnahmen lässt sich nicht auf jede Filiale übertragen.”

Lob von der Umwelthilfe

Das Konzept wird überschwänglich von der sonst wirtschaftskritischen Deutsche Umwelthilfe gelobt - und natürlich auch vom Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel, der sich einen solchen Höhepunkt in der City „niemals hätte erträumen können.”

Zu der genauen Höhe der Investitionen in den Öko-Einkaufstempel schweigt C&A. Konzernsprecher Rolfes sagt, das Unternehmen erwarte „positive Effekte” aus dem Umbau, wolle jedoch damit nicht bundesweit werben - sondern zunächst bei den lokalen Kunden damit punkten.

Von Finanzkrise keine Spur

„Im Moment macht sich die Finanzkrise bei uns noch nicht spürbar - mit der Betonung auf noch”, sagte Thorsten Rolfes zum Wirtschaftsmagazin Der Handel.

Die Kälte könnte die Krise auf Distanz halten: „Der Winter 2007 war zu warm, ein Großteil der Saisonware blieb in den Regalen,” sagte Rolfes. „Wenn der Winter dieses Jahr kalt wird, werden sich die Kunden mit Mäntel und Winterschuhe eindecken - dann werden wir die Auswirkungen der Börsenkrise wahrscheinlich kaum spüren.”

Die Kunden kaufen selektiver ein, preisorientierte „Value-Anbieter” wie C&A und die Discounttochter Avanti seien aber gut für den Wettbewerb im Handel gerüstet, sagte der Konzernsprecher.