Laut einer aktuellen Untersuchung von Berlecon Research steigt die Zahl der B2B-Marktplätze deutlich langsamer als im Vorjahr. Der Rückgang der Neugründungen geht einher mit einer Umorientierung im Business-Modell.

Laut einer aktuellen Untersuchung von Berlecon Research steigt die Zahl der B2B-Marktplätze deutlich langsamer als im Vorjahr. Der Rückgang der Neugründungen geht einher mit einer Umorientierung im Business-Modell: Zusätzliche Fulfillment- und Integrationsfunktionen gewinnen an Bedeutung. Potenzial sehen die Berliner Wirtschaftsforscher für Integrationsplattformen und vertikale Nischenmarktplätze.

Gingen im ersten Halbjahr 2000 noch durchschnittlich zwei Marktplätze pro Woche an den Start, sind jetzt erste Marktaustritte und Umorientierungen zu beobachten. "Build and they will come" - das Motto des B2B-Marktplatzbooms im vergangenen Jahr - hat sich nach Auffassung von Berlecon nicht bewährt.

Die 183 aktiven deutschen Marktplätze stehen jetzt vor der großen Herausforderung, ein profitables Geschäftsmodell zu finden, Teilnehmer zu gewinnen und langfristig zu binden", so Berlecon-Geschäftsführer Dr. Thorsten Wichmann.

Berlecon Research hat für die aktuelle Studie eine detaillierte Umfrage unter 98 deutschen Marktplatzbetreibern durchgeführt. Die Untersuchung zeigt, dass derzeit lediglich 9% der Marktplätze profitabel arbeiten. "Die Marktplätze haben erkannt, dass allein das Zusammenführen von Handelspartnern keine schwarzen Zahlen bringt, und erschließen jetzt zusätzliche Einnahmequellen. Die Provisionseinnahmen sind zwar noch immer der größte Posten, aber im Vergleich zum Vorjahr ist ihr Anteil von 56% auf 38% zurückgegangen.

Das Angebot von Fulfillment-Diensten und Software-Lizensierung wird zum wesentlichen Erfolgsfaktor", erläutert die Senior Analystin Dorit Spiller. So führen zum Beispiel bereits 51% der Marktplätze Bonitätsprüfungen ihrer Teilnehmer durch; innerhalb der nächsten sechs Monate wollen 87% diesen Dienst anbieten.

Die Berliner Analysten sehen nach wie vor Wachstumspotenzial und rechnen bis zum Jahr 2004 mit 300 bis 400 Marktplätzen in Deutschland. Chancen sehen die Wirtschaftsforscher insbesondere für Integrationsplattformen, die Kosteneinsparungen durch effiziente Beschaffungsprozesse ermöglichen. Auch vertikale Nischenmarktplätze, die branchenspezifische Lösungen anbieten, haben nach Angaben von Berelcon weiterhin Potenzial.

Berlecon Research beobachtet und analysiert seit 1999 die Entwicklung der B2B-Marktplätze und hat bereits mehrere Marktstudien zum Thema veröffentlicht. Die aktuelle Studie "Vom Vermittler zum Dienstleister: B2B-Marktplätze in Deutschland 2001" ist ab sofort verfügbar. Weitere Informationen zur Studie sind unter www.berlecon.de/studien/b2b3 erhältlich. (ST)


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