Die Informationswirtschaft und insbesondere die Telekommunikation wächst gegenüber den anderen Sektoren weiterhin überdurchschnittlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom BMWI in Auftrag gegebene Studie.

Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes und die damit einhergehende beschleunigte Technologieentwicklung hat binnen weniger Jahre die Ausgangsposition Deutschlands für den Wettbewerb mit anderen Industrienationen erheblich verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Entwicklungstrends im Telekommunikationssektor bis 2010", die vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWI) in Auftrag gegeben und vom Wissenschaftlichen Institut für Kommunikationsdienste (WIK) durchgeführt wurde.

Der Beitrag der Informationswirtschaft und insbesondere der Telekommunikation zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung wächst laut dieser Studie gegenüber den anderen Sektoren weiterhin überdurchschnittlich. Gleichzeitig böten hochmoderne Infrastruktur, weitreichende Preissenkungen, neue Dienstleistungen und die dadurch verbesserten Arbeits- und Lebensbedingungen gute Voraussetzungen dafür, dass Deutschland im Rahmen der Globalisierung und der Reorganisation der internationalen Arbeitsteilung seine gesamtwirtschaftliche Produktivität erhöhe und seine Standortvorteile ausbaue.

Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller: "Schon heute ist Deutschland europaweit der größte und am schnellsten wachsende Mobilfunk- und Onlinemarkt. Wir werden alles daran setzen, unsere gute Position in den nächsten Jahren weiter auszubauen und insbesondere bei den mobilen Multimediadiensten weltweit eine Spitzenposition zu erreichen."

Mit der Studie setzt das BMWI den im vergangenen Jahr mit dem Kongress "Telekommunikation 2010" begonnenen Diskussionsprozess um die langfristige Marktentwicklung und die daraus resultierenden Anforderungen an die Politik fort. Das WIK geht dabei von einem weiterhin überdurchschnittlichen Wachstum des Telekommunikationsmarktes aus. Das Marktvolumen werde sich bis 2010 auf 220 Mrd. DM mehr als verdoppeln. Der größte Umsatzanteil entfalle mit knapp 40% auf den Mobilfunkdienst. Der Anteil des Basistelefondienstes gehe von heute 44% bis 2010 auf 25% zurück.

Die Studie prognostiziert, dass Deutschland in Europa mit rund 25% Marktanteil den größten E-Commerce-Markt (Business-to-Business) besitzen und die höchste Wachstumsdynamik aufweisen werde. Bei vielen Telekommunikationstechnologien und Endgeräten werde bis 2010 eine Vollversorgung eintreten. So werde jeder Haushalt über einen oder mehrere Mobilfunkanschlüsse verfügen. Rund 70% aller Haushalte werden digitale Fernsehprogramme empfangen können. Die Penetrationsrate kommunikationsfähiger Multimedia-PC steige auf 60%. Aufgrund der zunehmenden Individualisierung sei die Personalisierung von Endgeräten und Diensten besonders wichtig für den Erfolg von UMTS.

Die für das dynamische Wachstum erforderlichen hohen Übertragungsraten im Fernnetz stellen nach Auffassung des WIK weder heute noch in Zukunft einen Engpass dar.

Bei den breitbandigen Anschlusstechnologien werde sich ein lebhafter Wettbewerb entwickeln. Die größten Kundenanteile entfielen dabei künftig auf breitbandige Telefon-(DSL-)Anschlüsse (2010: 20 Mio.), interaktive Breitbandkabelanschlüsse (18 Mio.) und UMTS (35 Mio.).

Müller: "Die Studie zeigt Chancen auf, die sich durch die dynamische Marktentwicklung ergeben. Nun gilt es, die Potenziale zu erschließen. Dazu wird das BMWI mit einer Fortsetzung der wettbewerbsorientierten Telekommunikationspolitik und einer vorausschauenden Technologiepolitik wirkungsvoll beitragen." (ST)


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