Der größte Handelskonzern der Welt, Wal-Mart, spürt die Krise auf seinem amerikanischen Heimatmarkt deutlich und will sich von 11.200 Mitarbeitern trennen. Das Unternehmen spricht von Outsourcing.

Damit hat die Wirtschaftskrise auch das in den USA erfolgsverwöhnte Vorzeigeunternehmen erreicht. Die geplanten Entlassungen betreffen den Geschäftsbereich "Sams Club", ein auf Kunden-Mitgliedschaft basierendes Megamarkt-Konzept.

Wal-Mart sagt, dass die Entlassungen nicht von der gegenwärtigen Wirtschaftslage ausgelöst wurden, sondern dass ein Teil seiner Aufgaben outsourcen werden sollen. Die betroffenen Mitarbeiter könnten sich bei diesen Unternehmen bewerben. Methoden, die hierzulande an den Skandal um die Leiharbeitsfirma von Schlecker erinnern.

Kostensenkung aufgrund von Konkurrenzdruck

Marktkenner gehen jedoch davon aus, dass es sich um eine reine Kostensparmaßnahme handelt, denn Wal-Marts Sam Club steht unter zunehmenden Konkurrenzdruck von Costco und anderen großen Ketten.

Die schlechte Nachricht von Wal-Mart wird in den USA von vielen Analysten als Zeichen dafür geertet, dass die Lebensmittelbranche noch nicht über den Berg ist. "Bislang gab es die größten Rückgänge bei den langlebigen Gebrauchsgütern, wogegen die Verbrauchsgüter kaum betroffen waren, doch jetzt scheint der Abwärtstrend auch bei den Alltagsgütern angelangt zu sein", sagt Dan Butler vom Verband der US-Retailer, NRF.

Trotzdem gibt sich der Verband für das laufende Jahr optimistisch: In seinem alljährlichen Ausblick zum Jahresanfang prognostizieren die NRF-Analysten ein Umsatzplus von insgesamt 2,5 Prozent. Das gilt allgemein als besonders optimistisch, denn in 2009 gab es nach ersten Meldungen ein Minus von 2,5 Prozent.

Harald Weiss