H&M hat im dritten Quartal die Auswirkungen der Schuldenkrise und des heißen Spätsommers in Europa zu spüren bekommen. Der Textilhändler ist dennoch gewachsen.

Die starke Krone machte der schwedischen Kette Hennes & Mauritz zu schaffen. Zudem war es im August in vielen europäischen Ländern sehr warm, was zusätzlich in dem Quartal (bis Ende August) zu Einbußen führte.

Wie der Anbieter preisgünstiger Mode am Donnerstag berichtete, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 28,81 Milliarden schwedische Kronen (3,40 Milliarden Euro). Der Gewinn kletterte leicht von 3,59 auf 3,62 Milliarden schwedische Kronen.

Bei der Ertragsentwicklung schlugen vor allem Währungseffekte negativ zu Buche. Mit den Zahlen verfehlte H&M die Erwartungen der Experten deutlich. "Die Bedingungen in unserem Geschäftsfeld stellen uns weiterhin vor Herausforderungen", sagte H&M-Chef Karl-Johan Persson.

Harter Konkurrenzkampf

Ein weiterer Grund für das schwache Gewinnwachstum ist, dass sich die Klamotten der Schweden, die zum größten Teil in Asien geschneidert werden, längst nicht mehr so kostengünstig produzieren lassen wie noch vor einigen Jahren. Denn mit dem wachsenden Wohlstand in Ländern wie China steigt dort auch das Lohnniveau.

 Für Analysten bestätigten die Zahlen ein Bild, das sich schon seit längerem abzeichnet: H&M verliert Marktanteile an seinen großen Konkurrenten Inditex. Der spanische Konzern ist gemessen am Umsatz bereits Marktführer in der Textilbranche mit Ketten wie Zara, Massimo Dutti oder Bershka. H&M ist die Nummer zwei.

H&M-Chef Karl-Johan Persson gab sich am Donnerstag kämpferisch. Kontern will der Konzernchef durch neue Läden und die Einführung einer neue Marke, die sich vornehmlich an Frauen richtet.

300 neue Geschäfte

In dem Ende November auslaufenden Geschäftsjahr will der Konzern 300 neue Läden eröffnen und damit 25 mehr als ursprünglich geplant. Im kommenden Jahr peilt H&M zudem den Markteintritt in Südamerika an.

Auch das Online-Angebot will der Konzern ausbauen, allerdings verzögert sich der Internetauftritt in den USA um ein gutes halbes Jahr. Statt wie geplant in diesem Herbst startet das Geschäft erst im Sommer nächsten Jahres.