Im aktuellen Tarifkampf hat die Gewerkschaft Verdi Filialen der Drogeriemarktkette Schlecker bestreikt. Das Unternehmen gibt sich erstaunlich verständnisvoll.

Kurzfristige Arbeitsniederlegungen legten Schlecker-Filialen im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen stundenweise lahm. In Frankfurt zogen am Mittag rund 100 Schlecker-Mitarbeiter in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Verdi fordert ein neues Angebot der Arbeitgeber für die laufende Tarifrunde. In Hessen endete der alte Tarifvertrag im April.

Die Gewerkschaft verlangt eine Lohnerhöhung in Höhe von sechs Prozent. Die hessischen Handelsarbeitgeber hatten zuletzt 1,5 Prozent bei drei Null-Monaten angeboten.

Milde Töne von Schlecker

Verdis Verhandlungsführer für Hessen, Bernhard Schiederig, lehnte diese Offerte ab: "Das Angebot entspricht einem Lohnzuwachs von lediglich 1,12 Prozent, das genügt nicht", wurde er in der Presse zitiert.

Schlecker gab erstaunlich milde Töne von sich: Ein Sprecher bezeichnete die Warnstreiks als "völlig legitim". Der Discounter bemühe sich auch im laufenden Tarifstreit um Kooperation.