Haben Sie schon mal Waren an der Einkaufskasse einfach stehen lassen? Eher selten. Ist ja auch irgendwie unangenehm. Online schlägt das schlechte Gewissen nicht so laut. 75% aller Warenkörbe werden abgebrochen oder vergessen. Was dort also in Warenkörben zurückgelassen wird, dürfte das Buttosozialprodukt manch eines Staates erreichen.

Registrierungszwänge, miese Usabilty, unpassende Zahlverfahren – Gründe für verwaiste Warenkörbe gibt es viele.

Vielfach unbeachtet bleibt aber das schlechte Timing zusätzlicher Empfehlungen im Umfeld der Warenkorbansicht.

Stellen Sie sich bitte lediglich vor, sie hätten sich bei Zalando bereits für einen Winterschal entscheiden und dann wird ihnen beim Checkout - Cross-Selling ist ja eine tolle Sache – ein anderer Schal als Super-Schnäppchen empfohlen.

Was tut der Kunde?

1) Er bleibt bei ihrer Wahl

2) Er kauft den billigen Schal auch noch

3) Er ändert die Auswahl und kauft nur das Angebot

4) Er ist verunsichert und schaut erstmal bei Amazon nach.

Anders gesagt: Sie haben eine Fifty-Fifty-Chance, sich den Umsatz zu versauen.

Sie könnten also beim Checkout-Prozess auf Nummer sicher gehen und ganz auf Empfehlungen verzichten.

Doch warum?

Kleiner Anstupser für unentschlossene Kunden im Check-out-Prozess bei Deerberg
Kleiner Anstupser für unentschlossene Kunden im Check-out-Prozess bei Deerberg

Eine intelligente Software - und eine intelligente Programmierung- helfen, günstige Angebote auszuklammern und zeigen Produkte von früheren Shop-Besuchen oder passende Bestseller. Ebenso sind auch passende Teile zum aktuellen Kauf sinnvoll.

Hilfreich können dabei Scoring-Verfahren in Echtzeit sein, die eine Prognose des Kundenverhaltens abgeben, die Abbruchwahrscheinlichkeit berechnen und dann entsprechende Reaktionen auf der Website einbauen. Anreize wie Rabatte oder der per Banner angezeigte Verzicht auf Versandkosten können dann wankelmütige Kunden womöglich umstimmen.