Die neue EU-Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) soll ja nicht nur nerven und mehr Arbeit machen, sie soll auch für Aufschwung sorgen, den grenzüberschreitenden Handel fördern. Eine aktuelle Umfrage des Logistikdienstleisters Hermes zeigt nun, dass das deutschen Versandhändlern Jacke wie Hose ist. Geliefert wird ins Ausland nämlich schon häufig und künftig auch noch mehr. Eine Richtlinie hätte es dafür nach Meinung vieler Händler nicht gebraucht. 
Rund 47 Prozent der befragten Shopbetreiber gaben zwar an, dass der internationale Versandhandel zunimmt. Doch nur 11 Prozent sind der Meinung, dass dies auf die VRRL zurückzuführen sein wird. Mehr als jeder Vierte (28,4 Prozent) glaubt sogar, dass die VRRL den internationalen Versandhandel nicht begünstigen wird.

Schon jetzt versenden 79 Prozent bereits ins Ausland.  Am häufigsten beliefert wurden Empfänger in Österreich (86,8 Prozent), in der Schweiz (40,8 Prozent) sowie in Frankreich (27,6 Prozent).

Ausbau geplant

Bezogen auf das gesamte Versandvolumen ist die Menge internationaler Sendungen jedoch noch sehr gering. Bei 47,6 Prozent der Befragten lag der Auslandsanteil in den letzten 12 Monaten maximal bei 10 Prozent der Gesamtmenge. Allerdings planen 40 Prozent der befragten Versandhändler, ihr grenzüberschreitendes Geschäft weiter auszubauen.
25 Prozent sind dagegen noch unentschieden, weitere Schritte zu unternehmen.

Die Top 3 der Hürden beim internationalen Versandhandel

Versandkosten sind für 71,1 Prozent der befragten Händler die größte Hürde für einen Start ins Auslandsgeschäft, gefolgt von Zollgebühren, die beim Versand in Nicht-EU-Mitgliedsstaaten anfallen (42,2 Prozent). Auf Rang 3 wurden mit jeweils
26,5 Prozent gleich zwei potenzielle Hindernisse gewählt: Einerseits erscheint vielen Händlern das Retourenhandling beim internationalen Versand zu komplex. Andererseits fürchten Shopbetreiber länderspezifische Besonderheiten, etwa bei Versand und Payment.



Für die Studie wurden 104 Versandhändler befragt.