Wer hätte gedacht, dass der Chat des sozialen Netzwerks mal für Händler interessant werden könnte. Mit den jetzt vorgestellten Neuerungen hat der Messenger von Facebook das Potential, zum zentralen Kommunikationstool zwischen Händlern und Kunden zu werden. 

Bei der Entwicklerkonferenz F8 ging uns allen ein Licht auf. Facebook hatte im Sommer 2014 seine Chat-Funktion in eine spezielle App ausgegliedert. Warum der Messenger ausgelagert wurde, wird nun anhand der neuen großen Pläne deutlich: Der Messenger ist zu wichtig, um nur eine von vielen Funktionen von Facebook zu sein.

Der Messenger soll also zu einer großen Plattform heranwachsen, die von externen Entwicklern mitgestaltet wird. Vor allem soll Facebooks Messenger aber die Schnittstelle zwischen Onlinehändlern und Kunden werden - und damit nichts Geringeres als die E-Mail ersetzen.

Der Chat wird - wenn die Pläne von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg aufgehen - die zentrale Kommunikationsplattform, wenn Onlinehändler und ihre Kunden miteinander kommunizieren. Konkrete Einsatzfelder könnten sein: Der Händler informiert den Käufer über den Bestelleingang, den Versand der Ware oder schickt darüber seine Rechnung. Kunden übermitteln im Messenger ihre Reklamation, bestellen ein Taxi oder reservieren im Restaurant einen Tisch. 

All das, was bisher meist per Mail, Telefon oder im Chat auf der Seite des Unternehmens kommuniziert wurde, soll sich also auf den Facebook-Chat verlagern. Diesen nutzen weltweit 600 Millionen Menschen. Dort sind die Kunden also sowieso schon, weshalb es ein cleverer Schachzug von Unternehmen wäre, die Kunden dort abzuholen.

Everlane, ein US-Bekleidungshändler, ist von Beginn an mit an Bord und testet den Facebook-Messenger als Servicekanal. Das Software-Unternehmen Zendesk ist als Partner bei der neuen Facebook-Plattform dabei und unterstützt die Kundensupport-Funktion.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Timoor Taufig, Gründer und Geschäftsführer des Live-Chat-Services Userlike.