Viele Unternehmen haben ihre Scheu vor E-Commerce abgelegt und drängen mit Macht ins Internet. Sie wissen: Online-Umsätze sind ohne Alternative. Und schon kommt Web 2.0 daher, mit viel Euphorie und guten Ideen - von denen einige sicher revolutionär sind. Doch der schönste Online-Shop mit tollen Möglichkeiten ist nutzlos, wenn das Fulfillment dahinter nicht funktioniert. Was bringt das virtuelle Web 2.0, wenn wir in der Praxis noch bei Logistik 0.5 stehen?

Viele Unternehmen haben ihre Scheu vor E-Commerce abgelegt und drängen mit Macht ins Internet. Sie wissen: Online-Umsätze sind ohne Alternative. Und schon kommt Web 2.0 daher, mit viel Euphorie und guten Ideen - von denen einige sicher revolutionär sind. Doch der schönste Online-Shop mit tollen Möglichkeiten ist nutzlos, wenn das Fulfillment dahinter nicht funktioniert. Was bringt das virtuelle Web 2.0, wenn wir in der Praxis noch bei Logistik 0.5 stehen? Wer erfolgreich im E-Commerce sein will, der muss Prozesse über das eigene Unternehmen hinaus betrachten und seine Partner in die Wertschöpfungskette integrieren.

Mit integrieren ist in diesem Fall die Systemebene gemeint. Dort steckt noch viel Potenzial, das sich in schlankeren und effizienteren Geschäftsprozessen niederschlagen kann. Je enger die Systeme von Verkäufer, Lieferant und Logistikdienstleister miteinander kommunizieren, desto schneller ist die Ware beim Kunden. Ein Online-Kauf landet dann nicht nur in den elektronischen Büchern des Verkäufers, sondern auch der Lieferant und ein Logistikpartner werden automatisch beauftragt. Auftragsbestätigungen, Bestell- und Lieferscheine sowie Rechnungen übertragen die Unternehmen untereinander elektronisch.

Herausforderung dabei ist, heterogene Systemlandschaften zu integrieren. Eher selten wird ein Unternehmen auf ein anderes Betriebs- oder Buchhaltungssystem umsteigen. Daten-Gateways helfen bei der Kommunikation zwischen den Applikationen. Sie bieten über vorgefertigte Adapter Integrations- und Kommunikationsschnittstellen zu den verschiedenen Anwendungen. Dazwischen ist eine Art Datendrehscheibe geschaltet, die die Informationen in das vom Empfängersystem geforderte Format übersetzt. Die Geschäftspartner haben die Wahl, wie sie miteinander kommunizieren wollen. Neben den klassischen Dateiformaten wie Edifact, ANSI oder EANCOM ist dann auch der Einsatz von XML als Web-Beschreibungssprache möglich. Darüber lassen sich auch nicht-textliche Informationen wie Preistabellen oder Produktkataloge austauschen.

Durch die Anwendungsintegration mit externen Partnern ist es möglich, Geschäfte schneller, mit weniger Fehlern und zu geringeren Kosten abzuwickeln. Die Ergebnisse einer solchen Datenintegration lassen sich gut in Zahlen ausdrücken; in verkürzten Bearbeitungs- und Lieferzeiten pro Bestellung oder in der sinkenden Anzahl manueller Fehlerkorrekturen zum Beispiel. Diese wiederum haben Auswirkung auf Werte, die wesentlich schwerer zu kalkulieren sind: Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. Dies sind Attribute, die besonders in der interaktiven, schnelllebigen Web 2.0-Welt von entscheidender Bedeutung für den Geschäftserfolg von Unternehmen sind. (Trevor Salomon, VP EMEA Marketing, Sterling Commerce)