Die gute Konsumlaune der Deutschen hält auch zum Jahresende an. Denn für Weihnachtsgeschenke wollen die Konsumenten so viel ausgeben wie lange nicht mehr.

Sie gehören zu Weihnachten wie der Tannenbaum: die Studien über die geplanten Ausgaben der Deutschen für Geschenke. Alljährlich gibt es unterschiedliche Prognosen, die Zahlen variieren oft kräftig. Aber in einem Punkt sind sie gleich: Man kann einen Trend ablesen, ob die Konsumenten mehr oder weniger Geld ausgeben als im Vorjahr.

Ernst & Young (E&Y) macht den Auftakt im Wettlauf bei den diesjährigen Vorhersagen. Und die fällt für die Einzelhandelsbranche vielversprechend aus. Denn laut dem Beratungsunternehmen wollen die Bundesbürger durchschnittlich für 259 Euro Geschenke kaufen - das sind 18 Prozent als im Vorjahr. Und es ist der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Gutscheine, Kleidung, Bücher

Wichtig für den Handel: Die Kunden wollen laut E&Y-Studie am meisten für Gutscheine ausgeben. Bei 45 Euro liegt der durschnittliche Betrag, das sind 35 Euro mehr als vor dem Fest 2014. Auch Kleidung als Geschenk steht auf der Einkaufsliste oben, 31 Euro wollen die Konsumenten dafür investieren, 24 Euro waren es noch im Vorjahr. Im Schnitt 29 Euro werden vorraussichtlich für Bücher und E-Books ausgeben, das ist ebenfalls eine Steigerung, in dem Fall um acht Euro.

Gegen den Trend leicht rückläufig sind hingegen die Budgets für Süßigkeiten und Lebensmittelgeschenke, für die die Deutschen 14 Euro einplanen, zwei Euro weniger als 2014.

Frauen sind ausgabefreudiger

Frauen sind in diesem Jahr besonders konsumfreudig, sagt E&Y vorher: Durchschnittlich wollen sie 264 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, deutlich mehr als im Vorjahr (209 Euro) und mehr als Männer (252 Euro).

Während Frauen überdurchschnittlich viel Geld für Gutscheine (51 Euro, Männer: 37 Euro) und Bücher (32 Euro, Männer 25 Euro) ausgeben, investieren Männer überdurchschnittlich viel Geld in Unterhaltungselektronik (27 Euro, Frauen: 16 Euro) und Schmuck (15 Euro, Frauen: 11 Euro).

Der Fachhandel verliert Jahr für Jahr

Und wo wird gekauft? Jeder dritte Euro wird im Fachhandel gelassen. Das war schon mehr, im Jahr 2012 landete gar noch die Hälfte der Budgets in den Fachgeschäften. Heute ist der Onlinehandel der große Gewinner - 55 Euro im Schnitt wollen die Deutschen für den Interneteinkauf ausgeben, 15 Euro mehr als 2014. Aber: Die Warenhäuser und Einkaufszentren erleben eine neue Beliebtheit. Denn im Schnitt werden hier für 91 Euro Geschenke gekauft - im Vorjahr waren es nur 65 Euro. Freilich stellt E&Y hier keine genauere Unterscheidng an, wieviel Geld letztlich bei Karstadt oder Kaufhof oder in einem Center landet.

Dafür gibt es Auskünfte über das Einkaufsverhalten. Demnach holen sich 20 Prozent der Konsumenten Ideen im Internet, jeder Dritte vertraut Empfehlungen von Bekannten, auch in den Sozialen Netzwerken. Das heißt: Multichannelanbieter haben die besseren Chancen auf gute Umsätze. Für die repräsentative Studie hat Ernst & Young 1.500 Verbraucher befragt.

Der Handelsverband Deutschland stellt seine Weihnachtsprognose am 11. November vor.