In diesem Jahr erwarten Spielwarenhandel und -industrie erneut ein gutes Geschäft in der entscheidenden Vorweihnachtszeit. Schon jetzt sind einige beliebte Spielsachen knapp.

Ein gutes Weihnachtsgeschäft soll der deutschen Spielwarenbranche in diesem Jahr das vierte Wachstum in Folge bescheren. Für die kommenden Wochen werde trotz der konjunkturellen Abkühlung eine hohe Nachfrage erwartet, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels, Willy Fischel, in Nürnberg.

Am Jahresende dürften die Deutschen bis zu 3 Prozent mehr für Spielsachen ausgegeben haben als 2011. "Die Marke von 2,7 Milliarden Euro könnte durchaus geknackt werden", bestätigte auch der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwaren-Industrie, Ulrich Brobeil.

Preise stabil, Produkte knapp

"Die Preise bleiben zu Weihnachten stabil", sagte Fischel. Eigentlich hätten Spielsachen wegen der steigenden Lohnkosten im Hauptproduktionsland China sowie den höheren Rohstoffpreisen bereits in diesem Jahr teurer werden sollen. Doch Handel und Industrie hätten sich wegen der hohen Konkurrenz bislang dagegen entschieden.

Die schlechte Nachricht: „Wir haben Knappheit", so Fischel. Bei einigen besonders begehrten Spielsachen hätten die Händler bereits jetzt Schwierigkeiten, der Nachfrage nachzukommen.

Spielwarenkauf via Internet boomt weiter

Knapp 38 Prozent der Umsätze im Spielwarenmarkt erwirtschaftet nach wie vor der Fachhandel mit seinen Läden. Weiter stark am Wachsen ist der Einkauf via Internet: Nach einem Plus von 25 Prozent wird inzwischen beim Spielzeugeinkauf jeder vierte Euro im Netz ausgegeben. Davon profitieren laut Fischel sowohl die reinen Internetanbieter als auch die Ladengeschäfte mit einem Internetshop.

Die Industrie hat zudem eine neue Käuferschicht beobachtet: Der Verkauf von Vater-Sohn-Spielzeugen wie Rennbahnen habe innerhalb von vier Jahren um 30 Prozent zugenommen und mache inzwischen 13 Prozent des Gesamtmarktes aus, berichtete Brobeil.

Seinen Angaben zufolge wird die aktuell niedrige Geburtenrate dadurch kompensiert, dass für den Nachwuchs zunehmend hochwertigeres und damit teureres Spielzeug gekauft wird.

Das sich von zuletzt 5 auf nun bis zu 3 Prozent abschwächende Wachstum sieht er gelassen. Nach den vergangenen Boomjahren sei dies jetzt "eine ganz normale Entwicklung, und es könnte auch im nächsten Jahr wieder aufwärtsgehen".

Elke Richter, dpa