Das Weihnachtsgeschäft hat dem Internethandel in vielen europäischen Ländern zu steigenden Marktanteilen verholfen. Dennoch herrrscht beim Onlineeinkauf immer noch ein Nord-Süd- und ein Ost-West-Gefälle.

Einer Untersuchung des Immobiliendienstleistungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE) zufolge sind die Einzelhandelsumsätze im Internet in vielen europäischen Ländern deutlich stärker gestiegen als die Einzelhandelsumsätze insgesamt.

Die Niederlande haben dabei in den Monaten November und Dezember mit einem Anstieg von 40 Prozent im Jahresvergleich das stärkste Wachstum verzeichnet. Darauf folgt Großbritannien mit einem Plus von 25 Prozent beim Online-Shopping für die Monate November und Dezember und Frankreich mit einem Plus von 24 Prozent im Jahresvergleich für den Monat Dezember.

Perspektiven im Onlinehandel in Europa

"Es gibt weiter sehr gute Möglichkeiten für den Handel seine Umsätze im Internet zu erhöhen. Dies gilt insbesondere für den sich noch entwickelnden Onlinemarkt in Zentral- und Osteuropa. Einzelhändler erkennen zunehmend die Bedeutung einer starken Internetpräsenz für die gesamte Wachstumsstrategie ihres Unternehmens", so Karsten Burbach, bei CBRE für den Bereich Handel verantwortlich.

Obwohl die weiter entwickelten Märkte in West- und Nordeuropa das höchste Niveau an Umsätzen im Internet im Jahr 2010 verzeichnen konnten und es gegenwärtig eine Nord-Süd- und Ost-West-Teilung beim Online-Shopping in Europa gibt, verändert sich das Konsumverhalten auch in Zentral- und Osteuropa, und die Bedeutung des Einkaufens im Internet steigt, heißt es in der Studie.

Polen als Wachstumskandidat

Nachdem Polen den stärksten Anstieg bei den Einzelhandelsumsätzen im Weihnachtsgeschäft aufwies und die Einzelhändler dort eine Online-Shopping-Präsenz als wichtige Option bezeichnen, ist damit zu rechnen, dass Polen das stärkste Wachstum beim Online-Shopping im Jahr 2011 verzeichnen wird.

Insgesamt stagnierten die Gesamtumsätze des Einzelhandels in der Weihnachtssaison 2010 in Europa. In einigen Ländern waren die Konsumenten aufgrund staatlicher Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen und auch des teilweise strengen Winters zurückhaltend.

In Russland und Zentral- und Osteuropa hingegen nahmen die Umsätze in der zweiten Jahreshälfte 2010 zu. In Polen stiegen die Einzelhandelsumsätze im Dezember 2010 im Jahresvergleich um 12 Prozent. Darauf folgt Ungarn, wo mit einem Anstieg der Einzelhandelsumsätze während des Weihnachtsgeschäfts um 5 Prozent gerechnet wird. In Schweden stiegen die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 3,4 Prozent.