Auch in diesem Jahr wird der Einzelhandel über Warenschwund im Weihnachtsgeschäft klagen. Langfinger versursachen dabei einen Schaden in Höhe von über einer halben Milliarde Euro.

So lukrativ das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel ist - in den frequenzstarken Tagen vor dem Fest beklagt die Branche auch wieder hohe Verluste durch Ladendiebstähle. Bundesweit sollen sich die in diesem Jahr auf 924,4 Millionen Euro belaufen, prognostiziert das englische Centre for Retail Research (Nottingham) in einer aktuellen Studie.

62,4 Prozent der Verluste (576,8 Millionen Euro) gehen auf das Konto von Dieben. 30,6 Prozent der Ware verschwindet durch unehrliche Mitarbeiter. Lieferanten verschulden 7 Prozent des Warenschwundes, lautet die Prognose.

Alles, was man gut wiederverkaufen kann

Besonders begehrt vor den Festtagen sind bei Langfingern hochwertige Produkte, die einen hohen Wiederverkaufswert haben. Laut Studie gehören dazu Alkohol, Damenbekleidung und Accessoires, Spielzeug, Geschenk-Sets mit Parfüm und Pflegeartikeln, elektronische Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer, Toilettenartikel für Männer, DVD-Geschenk-Sets und Spielekonsolen, Lebensmittel und Weihnachtsschmuck, Elektrogeräte, Uhren und Schmuck sowie Pralinen und Süßwaren.

Dass vor Weihnachten besonders viele Waren verschwinden ist indes kein deutsches Phänomen. Laut der Studie, die vom deutschen Warensicherungstechnikhersteller Checkpoint Systems unterstützt wurde, werden die Verluste in Europa bei rund 5,9 Miliarden Euro liegen. In den Vereinigten Staaten beträgt der Wert des Warenschwundes umgerechnet rund 7 Milliarden Euro.