Die deutschen Weihnachtsmärkte laufen auf Hochtouren, mehr als 160 Millionen Besucher werden erwartet. Doch die umsatzträchtigen Marktplätze müssen auch mit Kritik leben.

Zwischen 3 bis 5 Milliarden Euro Umsatz wird nach Schätzungen des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktfachleute jährlich auf den deutschen Weihnachtsmärkten erwirtschaftet.

Der Budenzauber ist ein Riesengeschäft. Mit Bratwürsten, Glühwein oder gebrannten Mandeln erzielt mancher Schausteller in den Adventswochen gut ein Drittel seines Jahreserlöses. Als größte Umsatzbringer gelten der Striezelmarkt in Dresden und der Christkindlmarkt in Nürnberg.

Hoffen auf trockenes Wetter

Mehr als 160 Millionen Besucher zieht es jährlich auf die Märkte. Jeder gibt dort im Schnitt um die 30 Euro aus. Viel Geld wird vor allem an den Glühweinständen gelassen.

Im vergangenen Jahr verhagelten eine Terrorwarnung und das Winterchaos den Marktleuten das Geschäft. In diesem Jahr hofft der Branchenverband auf überwiegend trockenes, nicht zu kaltes Wetter.

Es gibt allerdings reichlich Kritik an die Freiluftmärkten: Für die deutschlandweit rund 188.000 Beschäftigten an den Ständen bedeuten die Wochen vor dem Fest teils knochenharte Arbeit für wenig Geld, so der Vorwurf.

Harte Arbeitsbedingungen

"Die Arbeitsbedingungen sind teils hart. Oft stehen die Leute dort bei schlechter Bezahlung und klirrenden Minusgraden bis in den späten Abendstunden an den Ständen", sagt ein Sprecher die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

Viele Budenbesitzer holen sich Billigkräfte aus Polen, Rumänen und Bulgarien, die sechs Euro pro Stunde bekämen. Die Klagen werden aber meist nur hinter vorgehaltener Hand geäußert - aus Angst um den Arbeitsplatz.

Hans-Peter Arens vom Bundesverband verweist hingegen auf strenge Kontrollen auf den Weihnachtsmärkten. "Da kommen die Mitarbeiter von den Behörden manchmal schon, wenn wir noch am Budenaufbau sind." Schwarze Schafe in der Branche will er aber nicht ausschließen.

Er selbst arbeitet mit Personal aus Deutschland und Polen, das er schon seit bis zu 20 Jahren kenne. "Wenn ich die zu schlecht bezahle, kommen die im nächsten Jahr nicht wieder", sagt der Verbandspräsident, der in Dortmund seit 1979 Grillschinken verkauft - in diesem Jahr mit acht Mitarbeitern.

Kritik kommt ebenfalls von Verbraucherschützern, die vor manchen Angeboten an den Marktbuden warnen. Vorsicht sei vor allem bei billigem Spielzeug aus Fernost und fragwürdigem elektrischem Weihnachtsschmuck geboten.