Wer als Händler mobil nicht gut beisammen ist, dürfte am Weihnachtswunder nur bedingt teilhaben. Smartphones und Tablets kommen bei der Suche nach Geschenken überproportional vermehrt zum Einsatz. Im November nimmt der Traffic über mobile Endgeräte sogar überproportional zu – und zwar um mehr als 34 Prozent. Auch bei der Werbung bliebt nicht mehr viel Zeit für das richtige Timing.
Die Suche nach dem richtigen Weihnachtsgeschenk im Web beginnt bekanntlich bei vielen Nutzern "schon" im Laufe des November. Deutschlandweit ist bis Mitte Dezember ein Anstieg des Traffics um bis zu 40 Prozent zu erwarten. Laut der  Weihnachtsshopping-Analyse der Marketing-Agentur Criteo, die auf einer Untersuchung der Online-Transaktionen deutscher Händler aus den vergangenen beiden Jahren beruht, wird gerade mobile häufiger nach Inspiration für die Geschenke gesucht. Im November steigt der er Traffic über mobile Endgeräte  um mehr als 34 Prozent.

Die Nutzer grübeln nun auch länger. Die Zeit zwischen dem Klick auf eine Werbeanzeige und dem Kauf liegt 10 Prozent über Durchschnitt. Je näher Weihnachten rückt, desto stärker sinkt diese Zeitspanne jedoch – auf bis zu 25 Prozent unter Durchschnitt.

Ab Ende November wird zudem mehr eingekauft, auch wenn der Wert der einzelnen Bestellungen sinkt: Mehr Nutzer kaufen mehr Produkte auf den Händlerseiten ein. Der übergreifende Bestellwert pro Nutzer steigt, auch wenn der durchschnittliche Wert der Einzelbestellungen um bis zu 15 Prozent sinkt.

Wer da jetzt erst ins Marketing einsteigt, hat womöglich den Zeitpunkt für den besten Einstieg schon verpasst. Zahlen von Criteo zeigen, dass Online-Händler von frühzeitigen Marketing-Budgetanpassungen schon Anfang November profitieren.

Aber es gibt eine "Gnadenfrist".

Laut IntelliAd fällt der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft im Netz bisher am 28. November: An diesem Tag steigen Onlinekäufe sprunghaft an. Bescherung ist für die meisten Webshops dann zwischen dem 11. und 20. Dezember. Am 15. Dezember verzeichneten die Onlineshops dann nicht nur den größten Traffic, sondern auch den stärksten Umsatz im Weihnachtsgeschäft.

In der frühen Phase des Weihnachtsgeschäfts (vom 26. November bis 10. Dezember) liegt der Return on Investment (ROI) im Schnitt um 14 Prozent, an einzelnen Tagen sogar um 28 Prozent höher als im Durchschnitt. Dagegen erreicht der ROI der Werbeausgaben in der stark umkämpften Phase vor Weihnachten (11. bis 20. Dezember) nur Normalwerte, wenn auch bei einem stark erhöhten Umsatz. Ab dem 18. Dezember brach die Rentabilität in den letzten Jahren massiv ein.