Die deutschen Winzer haben im vergangenen Jahr weniger Wein abgesetzt - und dennoch mehr Umsatz gemacht. Platzhirsche auf dem Markt der edlen Tropfen sind nach wie vor die heimischen Erzeuger.

Die Deutschen trinken weniger Wein - vor allem bei guten Tropfen aus heimischem Anbau ging der Absatz im vergangenen Jahr zurück. Wegen besserer Erlöse hielten jedoch die Weine aus deutschen Anbaugebieten das Umsatzniveau von 2008, wie die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule, am Donnerstag in Mainz mitteilte.

Insgesamt konnte der deutsche Weinmarkt im Vergleich zu 2008 sogar ein leichtes Umsatzplus erzielen. "Dazu beigetragen hat sicherlich auch die nachgewiesene Verlagerung des Außer-Haus-Konsums in Richtung In-Haus-Konsum", sagt Reule.

Weinabsatz rückläufig

Der Umsatz mit Wein in Deutschland legte demnach leicht um 1,2 Prozent zu. Hier werden alle Verkäufe im Lebensmittelhandel, beim Discounter, im Fachhandel und beim Winzer gezählt. Bereits 2008 und 2007 war im Vergleich zum Vorjahr 2,2 Prozent beziehungsweise 1,2 Prozent mehr umgesetzt worden.

Der Absatz auf dem deutschen Weinmarkt schrumpfte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent. Laut DWI schwächelten die Weine aus deutschen Anbaugebieten sogar deutlicher - mit einem Minus von 4,5 Prozent.

Weinpreise ziehen an

"Die heimischen Weine wurden im Lebensmittelhandel im Schnitt zu einem Preis von 2,81 Euro je Liter angeboten, was einer Steigerung von 14 Cent entspricht. Im Direkteinkauf beim Winzer und im Fachhandel liegen wir mittlerweile bei 5,65 Euro je Liter", erklärte Reule.

Bei einem Marktanteil von 54 Prozent am gesamtdeutschen Weinumsatz und 48 Prozent an der verkauften Weinmenge bleiben die deutschen Erzeuger trotz eines Rückgangs von jeweils einem Prozentpunkt mit Abstand Marktführer. An zweiter und dritter Stelle der Ursprungsländer stehen Frankreich und Italien, beide mit jeweils 13 Prozent Marktanteil am Umsatz und Absatz.

Der Rotwein-Boom der vergangenen Jahre scheint sich nach Einschätzung des DWI allmählich abzuschwächen. Es wurde zwar 2009 mit einem Anteil von 51 Prozent am Gesamtabsatz immer noch mehr Rot- als Weißwein eingekauft. Der Rotweinanteil ging allerdings um zwei Prozent zugunsten des Weißweinkonsums zurück.