Beim insolventen Versandunternehmen Primondo-Quelle stehen weitere Arbeitsplätze auf der Kippe. Der Insolvenzverwalter versucht zu beschwichtigen.

Bisher sind 3.100 Stellen weggefallen. "Ich kann nicht ausschließen, dass die Zahl noch ein Stück nach oben geht", sagte Thomas Schulz, Sprecher von Primondo-Insolvenzverwalter Jörg Nerlich am Dienstag. Primondo ist die Versandsparte des insolventen Handelskonzerns Arcandor, zu der auch Quelle gehört.

Verschiedene Medien hatten berichtet, dass bis zu 800 weitere Stellen betroffen sein könnten. Von einer solchen Zahl könne nicht die Rede sein, sagte Schulz. "In der Größenordnung bleiben wir so, wie wir das Mitte August angekündigt hatten."

Betriebsrat glaubt nicht an Entlassungen

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Quelle, Ernst Sindel, glaubt dagegen nicht, dass weitere Beschäftigte gehen müssen. Zu der aktuell laufenden Investorensuche sagte er: "Die Suche könnte schon bald erfolgreich abgeschlossen werden."
 
Derzeit gebe es drei potenzielle Investoren, die ernsthaft an der Primondo-Gruppe interessiert seien. Schulz sprach dagegen von vier Interessenten.

Bisher sollten bei Quelle rund 3.700 der bundesweit 10.500 Stellen gestrichen werden. Ende September waren sämtliche Kündigungen ausgesprochen worden.